Neues Bezirksgericht für Meilen

Neues Bezirksgericht für Meilen

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Teaserbild-Quelle: Bilder zvg

Das Meilemer Bezirksgericht stösst an seine Kapazitätsgrenzen und muss erweitert werden. Aus einem Wettbewerb ging das Projekt „Friedberg“ der raumfindung architekten aus Rapperswil-Jona siegreich hervor. Geplant ist ein dreigeschossiger, kompakter Bau, der an einen Würfel erinnert.

Die Bezirksanlage Meilen besteht aus einem Gerichtsgebäude, einem Gefängnisbau sowie einem Posten der Zürcher Kantonspolizei und ist in den 50er-Jahren erbaut worden. An der Westseite des Gerichtstrakts fand 2009 ein Umbau statt, um die räumlichen und betrieblichen Verhältnisse zu verbessern und etwas Reserve zu schaffen. Doch inzwischen sind auch diese erschöpft, es mussten gar temporäre Arbeitsplätze in Bürocontainern eingerichtet werden.

Es war also höchste Zeit für eine erneute Erweiterung für die öffentlichen Funktionen des Bezirksgerichts (Empfang, Gerichtssäle, Besprechungszimmer usw.), und zwar auf dem Areal des heutigen Parkplatzes. Hierfür schrieb die Baudirektion einen Wettbewerb aus. Von 64 Vorschlägen machte das Projekt „Friedberg“ der raumfindung architekten aus Rapperswil-Jona das Rennen. Vorgesehen ist ein kompakter, dreigeschossiger Neubau. Die 80 Zentimeter dicken Aussenwände sind als Verbundmauerwerk mit hinterlüfteter Klinkerschale angedacht. Ein tiefer Fensteranteil schafft die Voraussetzungen für den Minergie-P-Standard. Im Erdgeschoss sind die stark frequentierten Räumlichkeiten vorgesehen, wozu etwa der grosse Gerichtssaal gehört. In den oberen Geschossen befinden sich vor den einzelnen Sälen Wartezonen, Verhandlungs- und Besprechungszimmer. Für die Gebäudetechnik ist ein niedriges Zwischengeschoss geplant.

Ein würdevolles Gebäude

Die Jury verglich das siegreiche Projekt mit einem Massanzug: Alles sitze perfekt, befinde sich am richtigen Ort und verfüge über den passenden Ausdruck. Sie befand, dass das Gebäude zunächst an einen Würfel erinnere. „Mittels äusserst differenzierter Volumengliederung reagiert es aber auf seine Nachbarschaft, indem es teilweise deren Fluchten aufnimmt, und andererseits durch die Kompositionen von ineinander verschränkten kleinen Quadern, wie sie in ihren Ausmassen und Proportionen quartiertypisch sind.“ Sie lobte insbesondere den grossen Gerichtssaal. Er erlange nicht durch Spektakel, sondern durch eine ausserordentliche Raumhöhe seine Würde. Auch die Raumdisposition in den oberen Geschossen vermochte die Jury zu überzeugen. Die Abfolge der Räume bezeichnet sie als poetisch und hierarchisch korrekt. Der Vorschlag vermöge durch das gekonnte Wechselspiel von Dichte und Öffnung sowie das Erkennen der Bedeutung von Rückzugsräumen in Form von Wartebereichen und Besprechungszonen gelassen und selbstbewusst zu überzeugen. Ausserdem biete der Neubau durch seine geschickte Situierung auch die Möglichkeit einer späteren Erweiterung.

Kosten soll das Neubauprojekt rund 15 Millionen Franken. Wie die Baudirektion schreibt, ist das allerdings erst eine grobe Schätzung. Das Siegerprojekt wird nun weiterentwickelt. „Dazu gehört auch die detaillierte Ausarbeitung der Kosten und Termine“, heisst es. Ziel ist es, Regierungs- und Kantonsrat bis zum Herbst 2017 ein bewilligungsfähiges Bauprojekt vorzulegen. Läuft alles glatt, sollte der Neubau 2022 bezugsbereit sein. (mt/pd)