Neues Argauer Baugesetz und grosse Bauprojekte

Neues Argauer Baugesetz und grosse Bauprojekte

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Teaserbild-Quelle: Im Bild: Hallwylersee
In Kantonen und Gemeinden ist über verschiedene baurelevante Vorlagen abgestimmt worden. Unter anderem entschied der Kanton Aargau über ein neues Baugesetz, in Lausanne wurden erste Weichen für ein Ökoquartier gestellt und in Genf für den Ausbau des WTO-Hauptsitzes.
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Im Bild: Hallwylersee
Mit dem neuen Aargauer Baugesetz müssen Gemeinden die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung über die Grenzen hinweg aufeinander abstimmen.
 
Kanton Aargau – Neues Baugesetz: Das neue Aargauer Baugesetz wurde vom Souverän angenommen. Es soll die Entwicklung von Siedlung, Verkehr sowie Umwelt im Aargau unter einen Hut bringen: Künftig müssen die Gemeinden müssen die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung über die Grenzen hinweg aufeinander abstimmen. Mit dem Boden
soll haushälterischer umgegangen werden. Neue Parkanlagen müssen mehrgeschossig gebaut werden.
 
Lausanne – Ökoquartier statt Fussballstadion: Die Bevölkerung von Lausanne steht hinter den Plänen der Stadtregierung für den Bau eines Ökoquartiers an Stelle des maroden Fussballstadions Pontaise. Eine Initiative zur Erhaltung des Stadions wurde deutlich abgelehnt. – Unter dem Namen "Métamorphose" schlägt die Stadtregierung ein ganzes Paket von stadtplanerischen Massnahmen vor. Kernstück ist ein Ökoquartier, das dem Areal des heutigen Fussballstadions Pontaise und den angrenzenden Trainingsplätzen entstehen soll. Geplant sind 2000 Wohnungen, mit denen man die Wohnungsnot lindern will. Zudem soll das neue Quartier mit einer Tramlinie erschlossen werden. Im Gegenzug will die Stadtregierung am Seeufer neue Sportanlagen errichten. Darunter ein Fussballstadion und ein gedecktes Schwimmbecken mit olympischen Massen.
 
Stadt Genf Ausbau des WTO-Hauptsitzes: Mit einem klaren Mehr sagte der Sovuerän Ja zum Ausbau des Hauptsitzes der Welthandelsorganisation (WTO). In einer Konsultativabstimmung stellten sich das Stimmvolk hinter das Bauvorhaben. Über die Baubewilligung wird der Kanton entscheiden. Hintergrund des Ausbauprojekts sind stetig wachsende Raumbedürfnisse der WTO. Mit dem Ausbau soll der Bedarf bis 2040 gestillt werden.
 
Kanton Basel Stadt – Wasgen- und Luzernerring werden redimensioniert: Die stark vom Durchgangsverkehr belasteten Basler Strassen Wasgen- und Luzernerring können redimensioniert werden. Die Stimmberechtigten des Stadtkantons haben in einer Referendumsabstimmung eine entsprechende Vorlage gutgeheissen. Der 30 Millionen Franken teure Teilrückbau wurde allerdings nur mit einem knappen Mehr angenommen.
 
Pratteln (BL) – Ein 82-Meter-Hochhaus beim Bahnhof: In Pratteln kann das Hochhaus im Industriegebiet beim Bahnhof gebaut werden. Die Stimmberechtigten haben die Quartierplanung Häring- und Coop-Areale gutgeheissen. Der Einwohnerrat hatte zum Quartierplan deutlich Ja gesagt, doch Unterlegene ergriffen dagegen ein Behördenreferendum. Der Plan umfasst das Gebiet zwischen Schloss- und Gottesackerstrasse. Die Areale Häring und Coop werden neu der gut mit Öffentlichem Verkehr erschlossenen Zentrumszone zugewiesen. Die beiden Unternehmen wollen die Entwicklung ihrer Grundstücke gemeinsam planen. Vorgesehen sind insgesamt vier Baufelder, die etappenweise bebaut werden sollen.
 
Winterthur – „Teuerster Veloweg der Welt“: Die Winterthurer Stimmbevölkerung sagte klar Ja zum 500'000-Franken-Kredit für ein letztes Verbindungsstück von den Aussenquartieren in die Innenstadt. Damit können die Winterthurer Velofahrer künftig von den Stadtkreisen Seen und Mattenbach zum Hauptbahnhof gelangen, ohne die stark befahrene Technikumstrasse benutzen zu müssen. Die SVP bekämpfte den Kredit, weil der Preis pro Meter Veloweg 4705 Franken betragen wird. Dies sei der "teuerste Veloweg der Welt", argumentierten sie. Insgesamt wird das Wegstück 800'000 Franken kosten. Einen Kredit von 300'000 Franken hatte der Grosse Gemeinderat bereits mit dem Budget 2006 bewilligt. Die hohen Kosten entstehen, weil das Gebiet bereits dicht bebaut ist und allein für den Kauf des Landes 275'000 Franken nötig sind. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Februar 2010.
 
Chur – Weichen für neues kantonales Verwaltungszentrum gestellt: Der Bau eines neuen Zentrums der Bündner Verwaltung in Chur für 88 Millionen Franken hat eine erste Hürde genommen. Die Churer Stimmberechtigten genehmigten die dafür nötige Teilrevision der Stadtplanung, die auch neues Land für das Gewerbe bringt. Das neue Verwaltungszentrum des Kantons Graubünden auf einem von der Armee auf dem Kasernenareal nicht mehr benötigten Grundstück soll zwischen 2011 und 2014 erstellt werden. 725 Angestellte erhalten dort neue Arbeitsplätze. Die Baukosten wurden auf brutto 88 Millionen Franken veranschlagt. – Des Weiteren wurde auch der zweite wichtige Punkt der revidierten Stadtplanung abgesegnet: Mit die Zonenplanänderung kann die Stadt Chur Land, das die Armee auf dem Waffenplatz Rossboden nicht mehr braucht, zurückkaufen und Gewerbebetrieben im Baurecht zur Verfügung stellen.
 
Zürich – Neues Informatikzentrum und Ausbau des EWZ: Mit einem klaren Mehr wurde ein Kredit von knapp 140 Millionen Franken für ein neues Informatikzentrum genehmigt. Der neue Hauptstandort des städtischen Rechenzentrums von Organisation und Informatik soll auf dem Siemens-Albis-Areal eingerichtet werden. – Ja sagte der Souverän auch zum Ausbau der Energiedienstleistungen des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz): Mit einem deutlichen Mehr stimmte er einem Rahmenkredit von 180 Millionen Franken dem Bau umweltschonender Anlagen zu. Auch kaum bestritten war eine städtische Quartierverbindung in Oerlikon. Der Kredit von 50 Millionen Franken wurde mit 60'053 deutlich gutgeheissen. (sda/mai)