Neuerungen bei Minergie-Standards ab diesem Jahr

Neuerungen bei Minergie-Standards ab diesem Jahr

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Per 2017 sind die Minergie-Standards überarbeitet worden. Die Neuerungen umfassen etwa eine Gesamtenergiebilanz, die den gesamten Energieverbrauchs eines Gebäudes berücksichtigt, sowie die Auflage, dass Minergie-Bauten einen Teil ihres Strombedarfs selber decken müssen. 

Über 43‘000 Gebäude sind in der Schweiz Minergie zertifiziert. Kaum ein anderes freiwilliges Instrument habe die Schweizer Bauwirtschaft und die kantonale Gesetzgebung seit 1998 derart stark beeinflusst. So liegt der Anteil von Minergie-Bauten am gesamten Bauvolumen des Vereins Minergie zufolge in je nach Region bei über 25 Prozent.

Per 2017 hat Minergie nun die drei Gebäudestandards – Minergie, Minergie-P und Minergie-A – umfassend überarbeitet. Damit will der Verein wichtige technische Innovationen aufnehmen und „Wegbereiter für die nachhaltige Entwicklung der Schweizer Baukultur“ bleiben. – In diesen Tagen präsentierte der Verein die wichtigsten Neuerungen.

So wurde neu eine Gesamtenergiebilanz eingeführt, die den gesamten im Gebäude verwendeten Strom berücksichtigt. Zudem müssen künftig alle Minergie-Neubauten einen Teil ihres Energieverbrauchs selber decken – in der Regel mittels Sonnenenergie. Bei Minergie A ist die Eigenproduktion gar grösser als der Jahresbedarf an Strom. Zudem sind bei Minergie-Bauten keine fossilen Feuerungen mehr erlaubt, indirekte fossile Belastungen sind hingegen auch weiterhin zulässig.  Daneben wird bei Gross- und Minergie-A-Bauten ein Energiemonitoring eingeführt. Dank einer Beschränkung auf wenige wenige, wirksame Anforderungen bleibe der Mehraufwand dafür jedoch gering, heisst es dazu in der Medienmitteilung von Minergie.

Des Weiteren sollen die neuen Produkte „MQS Bau“ und „MQS Betrieb“ gewährleisten, dass Gebäude künftig „nicht nur überdurchschnittlich gut gepalnt, sondern auch mängelfrei gebaut und hoch effizient betrieben“ werden können.

Überdies hat Minergie  für Gebäudesanierungen ein Zertifizierungsweg entwickelt. Er umfasst fünf Systemlösungen, die gemäss dem Verein einfache und gleichzeitig wirkungsvolle Massnahmen in den Bereichen Gebäudehülle und Gebäudetechnik miteinander kombinieren. Die Umsetzung kann entweder in mehreren Etappen oder über mehrere Jahre hinweg erfolgen. (mai/mgt)

Weitere Informationen: www.minergie.ch