Neuer Glanz für ältestes Schweizer Fachwerkhaus

Neuer Glanz für ältestes Schweizer Fachwerkhaus

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Teaserbild-Quelle: roland zh, wikimedia, CC

Das schweizweit älteste ländliche Fachwerkhaus steht im Zürcher Weinland, es ist das Girsberghaus in Oberstammheim. Wegen seines desolaten Zustandes bedurfte es einer dringenden Sanierung. Die Arbeiten dauerten rund zwei Jahre und sind nun abgeschlossen.

Wie dendrochronologische Untersuchungen ergaben, datieren Teile der Holzkonstruktion bis ins Jahr 1422. Die Nord- und Ostfassaden sowie die Dachkonstruktionen sind noch weitgehend authentisch erhalten. Einzigartig seien die im Original erhaltenen spätmittelalterlichen Fenster in der Ostfassade, teilt die Zürcher Baudirektion mit. - Das Riegelhaus ist im Inventar der Objekte von kantonaler und nationaler Bedeutung aufgeführt und gehört seit 2000 dem Kanton.

Ziel der Sanierung war es, sowohl die historische Bausubstanz als auch die baulichen Eingriffe aus dem frühen 20. Jahrhundert möglichst zu erhalten. Zudem sollte das Gebäude wieder vermietet oder vielmehr bewohnt werden können. Deshalb wurden eine Küche und Nasszellen eingebaut. Des Weiteren sanierte man die gesamte Aussenhülle. Umfangreiche Sicherungsmassnahmen an Fundamenten und am Holzwerk waren ebenfalls nötig. Instand gesetzt wurde der Bau unter der Federführung des kantonalen Hochbauamtes und in enger Absprache mit der Zürcher Denkmalpflege, für die Architektur zeichnete das Büro Rüegg Architekten verantwortlich.  

Übernächsten Samstag, 22. März, kann das Gebäude besichtigt werden. Ein Teil davon, ist auch darüber hinaus der Öffentlichkeit zugänglich: Im Tenn ist ein kleines Museum vorgesehen, in dem Walter Weiss’ in der Schweiz einmalige Sammlung von Werkzeugen, Holzverbindungsmodellen, Plänen und Kartonmodellen aus dem Bereich Fachwerk- und Riegelbauten ausgestellt werden. Zudem kann man im gedeckten Aussenbereich Holz auch selber bearbeiten. (mai/mgt)

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So sah das Girsberghaus vor der Sanierung aus.