Neuer Fahrplan für Investitionen ins Bahnnetz

Neuer Fahrplan für Investitionen ins Bahnnetz

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Immer mehr Menschen und Güter reisen mit der Bahn. Die steigende Nachfrage kann nur durch den Ausbau der Bahninfrastruktur bewältigt werden. Der Bundesrat schlägt dazu ein neues Ausbaukonzept vor. Zudem wird das Bahn und Autofahren in den kommenden Jahren teurer.
 
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Ein Halbstundentakt zwischen Städten wie Bern und Zürich soll der steigenden Nachfrage Rechnung tragen.
 
Das Ausbauprogramm «Bahn 2030», das bislang in einer 12 beziehungsweise 21 Milliarden Franken teuren Variante verfolgt wurde, soll gemäss Verkehrsministerin Doris Leuthard in drei bis vier Schritte aufgeteilt werden. Dabei soll der Personen- und Güterverkehr bis 2030 schätzungsweise 60 Prozent wachsen. Den ersten Ausbauschritt im Umfang von 3,5 Milliarden Franken will der Bundesrat als Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr» dem Volk unterbreiten. Mit dieser Initiative verlangen der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), die SP und die Grünen einen neuen Verteilschlüssel für die Mineralölsteuer, dank dem 800 Millionen Franken in den Topf für Bahnprojekte umgeleitet werden sollen.

Agglomeration besser erschliessen

Die erste Ausbauetappe soll nach den Plänen des Bundesrats vor allem den Ballungsräumen Verbesserungen bringen. Dazu sollen beispielsweise auf der stark beanspruchten Ost-West-Achse via Bern die Voraussetzungen für lange Doppelstockzüge geschaffen werden. Geplant sind der Ausbau der Bahnknoten Lausanne, Bern und Basel sowie Massnahmen zur Einführung des Halbstundentakts zwischen Bern und Luzern, Zürich und Chur sowie Locarno und Lugano. Zwischen Ligerz BE und Twann BE soll mit einem doppelspurigen Tunnel ein Nadelöhr beseitigt werden. Abstell-, Wende- und Überholgleise in Lugano sowie auf den Strecken Coppet GE-Nyon VD, Zürich-Chur sowie im Raum Liestal BL/ Gelterkinden SO sollen für mehr Kapazität sorgen. Realisiert werden sollen diese Projekte bis 2025.
 
Die Umsetzung einer zweiten Ausbauetappe im Umfang von 5 Milliarden ist voraussichtlich bis 2030 möglich sein. Danach sollen weitere Ausbauschritte folgen, bis frühestens im Jahr 2040 das gleiche Ausbauniveau erreicht wird, das in der 21-Milliarden-Variante der «Bahn 2030» angestrebt worden wäre.

Bahn- und Autofahren wird teurer

Bahnkunden und Automobilisten werden bald stärker zur Kasse gebeten. Die Preise für Zugbillette sollen deshalb in den nächsten Jahren schrittweise steigen, um insgesamt 10 Prozent. Noch offen ist, wie die Preiserhöhung ausgestaltet wird. Klar ist lediglich, dass die Preise nicht pauschal, sondern differenziert erhöht werden sollen. Ziel ist es, die Verkehrsspitzen zu glätten. Auf stark genutzten Strecken und zu Stosszeiten könnten die Preise also stärker steigen. Betroffen wären damit insbesondere die Pendler. Für langes Pendeln sollen keine Anreize geschaffen werden, sagt Leuthard.
 
Teurer werden soll aber auch das Autofahren. In einem ersten Schritt will der Bundesrat den Preis für die Autobahnvignette anheben, von heute 40 auf 80 bis 100 Franken. Gleichzeitig will er eine Kurzzeitvignette zu 40 Franken einführen. Geschehen soll dies voraussichtlich 2014. Doch vorerst muss das Parlament die Änderung genehmigen. In einem zweiten Schritt wird das Benzin teurer: Der Mineralölsteuerzuschlag soll um 7 bis 10 Rappen pro Liter erhöht werden. Diese Massnahme will der Bundesrat dem Parlament 2015 unterbreiten. Der Zuschlag sei letztmals 1974 angepasst worden, gibt der Bundesrat zu bedenken. Zudem sei die Belastung durch die Steuer wegen des geringeren Treibstoffverbrauchs gesunken. (sda/ur)