Neue Bahnen für noch mehr Pistenspass

Neue Bahnen für noch mehr Pistenspass

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Teaserbild-Quelle: Foto: Capricorn4049

Es hat geschneit. Lange haben die Wintersportler in diesem Jahr warten müssen, noch vor einer Woche wollte der Herbst mit Sonnenschein und warmen Temperaturen nicht weichen. Spätestens ab dieser Woche könnte mit idealen Pistenbedingungen in vielen Skigebieten gestartet werden. Die Pisten sind bereit, die Aufzugsanlagen sind gewartet und in vielen Wintersportorten erneuert und ausgebaut worden.

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Foto: Capricorn4049
Der Sessellift Hühnerköpfe-Furggabüel im Skigebiet Chur-Brambrüesch in Graubünden.

Überall in der Schweiz wurde in diesem Jahr wieder kräftig in neuen Gondelbahnen und  Lifte investiert. Auch wenn der Tourismus angesichts des starken Frankenkurses mit einer schwächeren Saison rechnet, die Skigebiete haben aufgerüstet und ihre Transportkapazitäten erhöht. Laut dem Verband Seilbahnen Schweiz werden alljährlich zwischen 300 und 500 Millionen Franken in neue Projekte und den Ausbau und Ersatz von Bahnen investiert.

Zum Saisonstart gehen nun in mehreren Orten neue oder Ersatzbahnen in Betrieb, die den Pistenspass noch attraktiver machen sollen:

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Über den Bau der neuen Gondelbahn Chäserrugg der Toggenburg Bergbahnen AG berichtete das Baublatt bereits in seiner Ausgabe von 23. Oktober. Die neue 10er-Kabinengondelbahn ersetzt die Skilifte Espel und Stöfeli. Mit dem Neubau kann die Förderleistung um 700 Personen pro Stunde gesteigert werden.

In der Skiarena Andermatt Sedrun mit seinen 120 Pistenkilometern wurde die neue 6er-Sesselbahn Guschen - Guschengrat  Anfang November fertiggestellt. Gut geschützt unter Hauben gelangen die Passagiere über eine Länge von über 900 Metern zum Ziel. Die neuen Bahn hat eine Transportkapazität von 1590 Personen pro Stunde. Sie ersetzt den alten 2er-Sessellift und einen Bügellift. In diesem Sommer erfolgte zudem der Spatenstich für eine weitere Anlage im Skigebiet. Die neue 6er-Sesselbahn mit einer Länge von 966 Metern soll in einem Jahr in Betrieb genommen werden.Sie ersetzt den Skilift am Oberalppass und wird 2400 Personen pro Stunde transportieren können.

Auch die Lenzerheide Bergbahnen AG hat einiges investiert. Mehrere Grossprojekte wurden gleichzeitig realisiert. Ab Dezember starte vom Enstiegsportal in Churwalden die erste 8er-Kabinenbahn mit Gondeln designed by Porsche Design. Sie ersetzt die veraltete Sesselbahn Churwalden - Heidbüel. Im Sommer wurde mit dem Neubau der Sesselbahn Obertor in Parpan begonnen. Diese 4-er Sesselbahn verbindet die beiden Talseiten und erspart den langen Fussmarsch oder die Nutzung des Sportbusses zum Wechsel der Talseiten. Nach der Konzessionserneuerung wurde auch die Pendelbahn Rothorn umfassend saniert und mit neuen Kabinen ausgestattet.

Bereits im Frühjahr ging die Luftseilbahn Fräkmüntegg – Pilatus Kulm in Betrieb. 18 Millionen Franken liess sich die Pilatus-Bahnen AG ihre Investition kosten, die sich der Gesamtsanierung der Hotel- und Gastronomieinfrastrukturen anschliesst. Das Kernstück der Pendelbahn bilden zwei moderne Kabinen mit Panoramafenstern für jeweils 55 Personen. Die 1388 Meter lange Strecke wird in 3 Minuten  39 Sekunden zurückgelegt.

Ab Dezember geht nach neunmonatiger Bauzeit die neue 4er-Sesselbahn am Chuenisbärgli in Betrieb.Die Bahn bring die Wintersportler direkt zum Weltcupberg und vom Gebiet Boden direkt in die Skiregion Adelboden-Lenk.

Neuerungen gibt es auch in Engelberg Titlis. Die 8er-Gondelbahn Titlis Xpress startet ab 12. Dezember ihre Fahrt ins grösste Skigebiet der Zentralschweiz. Die Fahrt führt über zwei Sektionen in 16 Minuten auf den Stand. 2400 Personen pro Stunde können transportiert werden.

Seit 1965 war der Skilift Hirli im Zermatt Skigebiet in Betrieb. In diesem Jahr wurde er durch eine neue Anlage ersetzt und gleichzeitig verlängert. Die 6er-Sesselbahn mit 72 mit Hauben überdachten Sesseln hat eine Förderleistung von 2000 Personen pro Stunde. Die Piste «Hörnli» wurde teilweise verlegt und mit einer Beschneiungsanlage ausgestattet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 17 Millionen Franken.

In dieser Wintersaison wird auch die über 30-jährige Sesselbahn La Siala in Laax durch eine 10er-Gondelbahn ersetzt. Diese fällt besonders durch ihre in einem aussergewöhnlichen Design konstruierten Kabinen aus dem Hause Pininfarina (Ferrari) auf. Zudem spielte die Nachhaltigkeit eine grosse Rolle beim Bau: Die Energie für die Sitzheizung in den 10er Gondeln wird mithilfe von Solaranlagen gewonnen, die Stationen sind aus Graubündner Holz erbaut. Die 3,3 Kilometer lange Fahrt von der Talstation Alp Sogn Matin zur Bergstation dauert neun Minuten.

Die Aletsch Riederalp Bahnen AG betreiben in diesem Winter eine neue kuppelbare Kombibahn, welche die bestehende Gondelbahn Moosfluh ersetzt. Die Kombibahn besteht aus 8er-Gondeln und 6er-Sesseln. Die Bahnachse von der Riederalp auf die Moosfluh verläuft auf der bestehenden Bahntrasse. Die Gesamtkosten der Neukonzipierung belaufen sich auf 23.5 Millionen Franken.

Mit einer Neuerung hat ebenfalls das Engadiner Skigebiet Scoul – Motta Naluns aufzuweisen. Im Sommer 2015 wurde der Doppelschlepplift Prui durch eine moderne 6er-Sesselbahn mit Windschutzhaube ersetzt. In sechs Minuten geht es über 450 Höhenmeter zur Bergstation. Die Förderleistung beträgt maximal 2000 Passagiere pro Stunde.

In Silvaplana startet Ende des Monats die neue 4er-Sesselbahn Mandra zur Mittelstation Murtèl in die Wintersaison. Mit 2000 Personen pro Stunde wird die Förderleistung in Bezug auf den alten Lift fast verdoppelt. Im kommenden Jahr soll der Skilift Curtinella Richtung Furtschellas durch eine moderne 6er-Sesselbahn ersetzt werden. Und auch auf Furtschellas wird investiert. Die Bahn erhielt neue Kabinen, ein Familienhotel oder eine neue Sesselbahn von der Mittelstation nach Rabgiusa sind in Planung.

In den Walliser Alpen geht in wenigen Tagen der erste 6-er Sessellift der Liftgesellschaften St-Luc/Chandolin in Betrieb. In weniger als 6 Minuten erreichen die Passagiere die 1700 Meter entfernte Bergstation. Der längere und schnellere, kuppelbare Lift ersetzt den Skilift "La Forêt". Die Transportkapazität konnte mit 1600 Personen pro Stunde mehr als verdreifacht werden. (cb)