Neubauten an Toplagen bringen weniger ein

Neubauten an Toplagen bringen weniger ein

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Der Immobilienberaterfirma Iazi AG zweifelt daran, dass bei weiter steigenden Preisen Liegenschaften noch genügend Ertrag abwerfen. Vor allem an Toplagen rentieren Neubauten bei den momentanen Kosten immer weniger.
 
Die Preise für Mehrfamilienhäuser schossen im ersten Quartal 2012 nochmals kräftig nach oben. Im Vergleich zum Vorquartal legten sie um 3 % zu, auf 12 Monate gerechnet um 10,7 %. «Das ist die stärkste Preissteigerung seit 1997», hält Iazi fest. In diesem Jahr hat das Immobilienberatungsunternehmen mit der systematischen Preismessung verkaufter Mehrfamilienhäuser begonnen.
 
«Wir beobachten mittlerweile Bruttoanfangsrenditen von unter 3 % – ein Wert, der nach Abzug der Finanzierungskosten von durchschnittlich rund 2 % keinen ausreichenden ­Ertrag für Unterhalt und Erneuerung mehr abwirft», sagt Donato ­Scognamiglio, CEO der Iazi AG. Vor allem an Toplagen ist die Rendite bedenklich geschmolzen. Ohne gütige Mithilfe des Marktes erwirtschaften gemäss Scognamiglio die Investoren in Zukunft aber keine ausreichenden Erträge mehr.
 
Vor allem sind es private Käufer, die sich von den hohen Preisen der Mehrfamilienhäuser nicht abschrecken lassen, während die professionellen institutionellen Investoren vermehrt ihre Liegenschaften sanieren und ausbauen. Die Preise sind in die Höhe gerauscht, da Anlagealternativen in den Aktien- und Obligationenbörsen fehlen und auch die Staatsanleihen bei den momentan tiefen Zinsen unattraktiv sind. Die Nachfrage nach neuem Wohnraum ist indessen durch die starke Zuwanderung gegeben.
 
Ebenfalls einen Preisschub verzeichneten die Einfamilienhäuser. Im Vergleich zum Vorquartal stieg ihr Preis um 5,5 %, auf Jahresbasis sind es 15,4 %. «In der Schweiz sind Einfamilienhäuser sehr begehrt», begründet der CEO von Iazi. Die tiefe Wohneigentumsquote von 40 % und knappes Bauland an guter Lage stützen diesen Trend. (ur/mgt)