Neuartige Software mit scharfem Blick für Mikrorisse an AKW

Neuartige Software mit scharfem Blick für Mikrorisse an AKW

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Amerikanische Forscher haben ein neues Programm entwickelt, das Mikrorisse an Stahl- und Betonteilen von AKW aufspürt, indem es im Gegensatz zu vergleichbaren Programmen bei möglichen Rissen nicht die Helligkeitsabweichungen analysiert sondern die Textur.

Mikrorisse im Druckbehälter und den Leitungen eines Atomreaktors sind heimtückisch und schwer erkennbar, einerseits wegen ihrer geringen Ausmasse und andererseits, weil sie sich optisch kaum von anderen kleinen Unregelmässigkeiten unterscheiden. Da sie wegen der Strahlung und der hohen Temperaturen kaum direkt untersucht werden können, werden die neuralgischen Orte über Videoüberwachung und ferngesteuerte Kameras inspiziert. Allerdings können kleinste Risse vom menschlichen Auge nicht zuverlässig identifiziert werden.

Mahammad Jahansahi und seine Kollegen von der amerikanischen Purdue University wollen diese Sicherheitslücke mit einer Software füllen. Ihr Programm unterscheidet sich gegenüber anderen seiner Art, indem es die Risse anhand ihrer Textur und anstatt von Abweichungen der Helligkeit ortet. Zudem analysiert es nicht ein Videobild nach dem anderen, sondern nimmt gleich mehrere Videoframes unter die Lupe. Des Weiteren ist die Software lernfähig.

Die Wissenschafter haben ihre Programm bereits in Test erprobt, bei dem sie an 304 untergetauchten Stahlplatten Mikrorisse aufzuspürten. Laut Jahansahi konnte das Programm mit hoher Treffsicherheit Risse von Schweiss- und Kratzspuren unterscheiden. Mittlerweile haben sie ihre Software zum Patent angemeldet und arbeiten bereits an einer verbesserten Version. (mai)