Neben dem Joggeli sollen fünf Hochhäuser entstehen

Neben dem Joggeli sollen fünf Hochhäuser entstehen

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Teaserbild-Quelle: Gemeinde Muttenz

Auf dem Hagnau-Areal in Muttenz vis-à-vis des Basler Fussballstadions St. Jakob-Park sollen fünf Hochhäuser entstehen. Die Gemeinde hat dazu eine mehrteilige Quartierplanung veröffentlicht. Definitiv grün bleiben soll hingegen das Schänzli-Areal nebenan.

Quelle: 
Gemeinde Muttenz
Modellansicht der Bebauung: Auf insgesamt knapp 30 000 Quadratmetern Parzellenfläche sollen rund 500 Wohnungen und 800 Arbeitsplätze untergebracht werden

Der 70 Meter hohe Glasturm auf Basler Boden neben dem Stadion St. Jakob-Park bekäme mit den neuen Plänen gleich fünf Gegenstücke in Muttenz BL, drei östlich der Hagnaustrasse und zwei westlich. Auf insgesamt knapp 30 000 Quadratmetern Parzellenfläche sollen rund 500 Wohnungen und 800 Arbeitsplätze untergebracht werden, wie die Gemeinde Muttenz mitteilt. Neben 41 000 Quadratmetern für Wohn- und 30 500 Quadratmetern für Gewerbenutzungen sind rund 13 000 Quadratmeter Frei- und Parkflächen vorgesehen.
Die neuen Wohntürme mit Gebäudehöhen von 40 bis 80 Metern sollen etappiert gebaut werden. Einen Steinwurf entfernt liegen die europäische Autobahn-Nord-Süd- Achse A2 und SBB-Geleise. Die Gemeinde lobt die "hervorragende Erschliessung" mit dem öffentlichen Verkehr. Neue Bus- und Tramhaltestellen seien vorgesehen.

1000 Parkplätze vorgesehen
Als künftige gewerbliche Nutzungen auf dem Areal zwischen Bahn, Autobahn, St. Jakob-Strasse und Birs werden ein Multiplex-Kino, ein Quartierladen und ein Fitnesscenter genannt. Unter dem Strich seien 1000 Parkplätze vorgesehen. Dafür soll das Schänzli-Areal unbebaut bleiben und zum Naherholungsgebiet werden.
Die Reitsportanlage auf dem Schänzli, die bereits heute nur noch einen provisorischen Mietvertrag des Kantons hat, muss weichen. Ebenfalls mittelfristig ein neues Dach suchen muss das Kunsthaus Baselland. Es plant ein neues Domizil auf dem Dreispitz und hat dafür vor Jahresfrist ein Projekt von Buchner Bründler Architekten auserkoren.
Ausgelöst haben die Planungen laut Gemeinde private Grundeigentümer. Seit 2005 besteht für das ganze Gebiet eine Quartierplanpflicht. Grosse Hagnau-Nutzer sind heute im Ostteil eine Bauelement-Firma und im Westteil neben dem Kunsthaus eine IT-Firma. Alle tangierten Strassen gehören - bis auf eine kleine - dem Bund.

Kanton gibt Baupläne auf
Die Gemeinde verspricht sich von den koordinierten Quartierplänen moderates Bevölkerungswachstum ohne grosse Beeinträchtigung für das übrige Siedlungsgebiet - ein „pulsierendes neues Quartier“ mit direktem Grünanschluss. Sie hofft auch auf Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer durch eine Neusortierung der lokalen Achsen.
Muttenz hat diese Absichten der Öffentlichkeit mit einer mehrstündigen Informationsveranstaltung vorgestellt. An den Quartierplanverfahren kann die Bevölkerung teilnehmen. Die Gemeindeversammlung soll 2018 über die Quartierpläne entscheiden. Nach der Planauflage ist dann die Kantonsregierung am Zug.
Der Schänzli-Quartierplanung ist ein Streit zwischen Gemeinde und Kanton vorausgegangen, den die Gemeinde 2013 vor Kantonsgericht gewonnen hatte. Der Kanton hätte allerlei bauen wollen, von einem Sporthochschulinstitut bis zu einer Sporthalle, doch die Gemeinde definierte das Schänzli im kommunalen Zonenplan als Grünzone. (sda/mgt)