Neat-Zubringer bereitet Basel Bauchschmerzen

Neat-Zubringer bereitet Basel Bauchschmerzen

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Teaserbild-Quelle: Andrea Frigerio - gigi260890, flickr.com

Die Deutsche Bahn baut die Strecke Karlsruhe–Basel aus – den wichtigen Neat-Zubringer. Dies betrifft auch den Badischen Bahnhof, wo ab 2030 mehr Güterzüge mit Gefahrengut durchfahren. Basel macht sich nun Sorgen um die Sicherheit und hat gegen die Pläne der Deutschen Bahn Einsprache eingereicht.

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Durch den Badischen Bahnhof rollen bereits heute Tausende Tonnen Gefahrengüter

Mit Pauken und Trompeten ist kürzlich der Gotthard-Basistunnel eröffnet worden. Noch aber fehlen die Neat-Zubringer im Norden und Süden. Deutschland will nun die Strecke Karlsruhe–Basel auf vier Spuren ausbauen. Mittlerweile hat die Deutsche Bahn beim Bundesamt für Verkehr das nötige Plangenehmigungsgesuch für den wichtigen Neat-Zubringer auf der Nord-Süd-Achse zwischen Rotterdam und Genua eingereicht.
Doch nun könnte das Grossprojekt plötzlich stocken. Die Basler Regierung hat beim Bund Einsprache erhoben, wie die „bz Basel“ und das SRF-Regionaljournal Basel Baselland berichten. Grund sind die Ausbaupläne beim Badischen Bahnhof in Basel. Schon heute kommen über diese Strecke jedes Jahr Tausende Tonnen von Gefahrengütern in die Schweiz – mitten durch das Basler Stadtgebiet. Und bis 2030 sollen die Transportmengen sogar noch um 60 Prozent steigen.

"Untragbare Personenrisiken"
Ohne zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ist der Basler Regierung dieses Risiko zu gross. "Der Kanton beurteilt die von der Gesuchstellerin vorgeschlagenen Massnahmen zur Risikoreduktion des Gefahrguttransportes durch den Badischen Bahnhof als ungenügend", erklärt das Basler Gesundheitsdepartement. Die Basler Behörden sprechen von "untragbaren Personenrisiken".
Die Deutsche Bahn will unter anderem Sensoren einsetzen, die das Versagen der Zugbremsen erkennen. Die Basler Regierung schlägt laut den Medienberichten zumindest eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit von Güterzügen mit Gefahrgut vor. «Die künftige Zunahme des Gefahrengütertransports durch die Stadt Basel darf nicht zu einer übermässigen Erhöhung des bestehenden Risikos führen», fordert die Regierung. Gleichzeitig müsse mittel- bis langfristig die Option einer unterirdischen Umfahrung durch den Transitgüterverkehr offengehalten werden. Der Kanton hat den Bundesrat bereits ersucht, eine grossräumige Netzplanung in Abstimmung mit den zuständigen Stellen in Deutschland voranzutreiben.

Bund teilt Basler Bedenken
Laut den Berichten stossen die Bedenken der Basler Behörden beim Bundesamt für Verkehr auf Verständnis. Auch das Bundesamt verlange zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. Neben einer Reduktion der Höchstgeschwindigkeit steht zum Beispiel eine Art Tunnel, eine sogenannte Einhausung zur Diskussion. Für welche Massnahmen sich das Bundesamt entscheidet, ist aber noch offen. Die Abklärungen können einige Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern.
Der Basler Widerstand wird gemäss dem Bund keine Verzögerungen des Projekts zur Folge haben. Einsprachen seien in jedem Plangenehmigungsverfahren möglich und deshalb im Zeitplan vorgesehen. (mgt)