Mythischer Palast auf 2284 Meter über Meer

Mythischer Palast auf 2284 Meter über Meer

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Mitten in der wilden Landschaft des Julierpasses kündet diesen Sommer ein Palast von der Geschichte der Königin von Saba. Für eine Freilichtaufführung wurde er dort gebaut.
 
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Der Palast der Königen von Saba auf dem Julierpass.
 
Noch heute zeugen die Säulenstümpfe auf dem Julierpass von einem Heiligtum. Sie erzählen vom Brauch, am Pass für eine erfolgreiche Besteigung zu danken und Götter um einen sicheren Abstieg zu bitten. Ob es sich hierbei um eine einfache Jupitersäule gehandelt hat oder gar um einen Tempel, weiss man bis heute nicht. Von solch mythischen Zeiten erzählt zurzeit auf 2284 Meter über Meer zumindest einen Sommer lang auch der Palast der Königin von Saba. Im Zusammenhang mit dem Origien Festival Cultural wurde auf dem Pass ein Palasttempel errichtet. Der archaisch anmutende Bau ist noch bis zum 7. August Spielstätte und Kulisse des Freilichttheaters „Regina da Saba“.
 
„Es geht nicht darum, die historischen Kultstätten am Pass zu rekonstruieren“, sagt Giovanni Netzer, Leiter des Festivals, der auch für den Entwurf des temporären Schlosses verantwortlich zeichnet. Mit dem Bau schaffe man Raum für einen archaischen Mythos: König Salomo lasse einen Tempel errichten, ein gewaltiges Gebäude, ausschliesslich für den Empfang der Königin von Saba bestimmt, führt er aus und präzisiert: Ein machtbesessener Herrscher wolle sich selbst darstellen, wollen eine schöne Frau beeindrucken und baue dafür ein kolossales Gebäude an einem Ort, der vor Geschichte triefe, der selber schon einen Mythos und einen hohen Stellenwert habe.
 
Beim Palast der Königin von Saba handelt es sich um einen Gerüstbau. Das gesamte Empfangsgebäude wurde weiss bespannt und soll möglichst massiv wirken. Es habe vier Meter dicke Netzmauern und schmale Eingänge, die ähnlich Tunnels in die Empfangshalle führten, erklärte Netzer gegenüber der Zeitung „Südostschweiz“. Drinnen findet sich eine gross Halle, die von wuchtigen Säulen getragen wird. (mai)
 
Linktipp: www.origen.ch