Monumente scannen und retten

Monumente scannen und retten

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Sollten Kulturstätten  - von den Tempeln in Theben bis hin zur Oper von Sydney - eines Tages wieder aufgebaut müssen, will der irakisch-amerikanische Unternehmer und Ingenieur Ben Kacyra die entsprechenden Pläne liefern. Er hat eine Nonprofitorgansiation gegründet, welche 500 ausgewählte Bauten mittels Laserscan vermisst.
 
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Vom Zerfall bedrohte Schönheit: überwucherte Mauern in Angkor Wat.
 
Sie  ist die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit Kambodschas: die Tempelanlage Angkor Wat. Im 12. Jahrhundert errichtet, leidet der so weitläufige wie prächtige Sandsteinkomplex zunehmend unter Witterungseinflüssen. Aber auch die wuchernde tropische Vegetation trägt das Ihre bei: Längst haben Bäume dicke Wurzeln in seine Mauern getrieben.
 
Auch wenn Angkor Wat nicht vor dem Zerfall ­bewahrt wird, soll die Anlage bestehen bleiben. Das ist die Idee des irakisch-amerikanischen ­Unternehmers und Ingenieurs Ben Kacyra: Mit der von ihm gegründeten Nonprofitorganisation «CyArk» will er insgesamt 500 Kulturerbestätten per Laserscan erfassen. Mit den so gewonnenen Daten will er ein digitales Archiv erstellen, das es ermöglicht, die Objekte auf zwei Millimeter genau wieder zu errichten. Damit könnten etwa die Tempel von Theben, das Mount Rushmore Memorial oder die Pyramiden von Tikal in Guatemala gewissermassen ausgedruckt werden.
 
Den Ausschlag für Kacyras Engagement ­haben die von den Taliban zerstörten Riesenbuddhas in Afghanistan gegeben. «Was damals mit den Statuen geschah, hat mich erschüttert», sagte ­Kacyra kürzlich in einem Interview mit der britischen Tageszeitung «The Independent». «Sie sind für immer verloren, weil es keine detaillierten Pläne gibt, mit denen man sie neu errichten könnte. Und solches passiert immer wieder und überall auf der Welt.»    (mai)