Monte Generoso: Bottas «Steinblume» blüht

Monte Generoso: Bottas «Steinblume» blüht

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bilder: Enrico Cano

Der Südtessiner Ausflugsberg Monte Generoso hat ein neues Wahrzeichen: das Panoramarestaurant «Fiore di pietra». Den Besuchern steht die «Steinblume» aus der Feder von Stararchitekt Mario Botta ab dem 8. April offen.

Der Monte Generoso ist einer der imposantesten Aussichtspunkte des Kantons Tessin. Hier auf 1700 Meter über Meer entstand in zweijähriger Bauzeit mit dem «Fiore di pietra» ein Panoramarestaurant, welches das frühere Hotel ersetzt. In dieser Höhe zu bauen, sei immer eine besondere Herausforderung, sagte Mario Botta bei der Einweihung seiner «Steinblume». So wurde dafür etwa eigens eine Seilbahn aus dem Muggiotal eingerichtet. Für den weltberühmten Architekten war die Umsetzung des Projekts eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Den Monte Generoso hatte er in seiner Jugendzeit mit Freunden bestiegen, um auf dem Gipfel den spektakulären Sonnenaufgang zu erleben.

Bottas «Steinblume» verfügt über eine achteckige Grundfläche, deren zentrale Räume von «Blütenblättern» umschlossen werden. An der Ostseite lässt die «Blütenkrone» Platz für eine Terrasse, die dem Verlauf des Berggrats folgt. Das Tragwerk aus Stahlbeton ist mit grauem Naturstein verkleidet. Die einzelnen Türme sind mit grosszügig verglasten Flächen verbunden, die eine 360-Grad-Panoramasicht zulassen: im Süden auf die Mailänder Poebene, im Norden auf den Luganersee und die Alpen.

Kein Hotel mehr auf dem Gipfel

Im neuen Gebäude wird es nur ein gastronomisches Angebot geben. Auf ein Hotel sei verzichtet worden, da es im Entwurf aus Platzgründen nicht habe integriert werden können, so Fabrice Zumbrunnen, Präsident der Ferrovia Monte Generoso SA. Die Kosten für die Bauarbeiten in Höhe von 20 Millionen Franken wurden vom Kulturprozent der Migros übernommen. Einen Zuschuss von 1 Million Franken leistete ausserdem der Kanton Tessin.

Die Bahnstrecke zum Monte Generoso wurde 1890 eingeweiht und zählte damals zu den ersten Zahnradbahnen in den Schweizer Alpen. Nach dem Start in Capolago (TI) am Ufer des Luganersees muss die Bahn beinahe 1500 Meter Höhenunterschied bewältigen, um den Gipfel auf 1705 Metern über Meer zu erreichen. Nachdem die Bahngesellschaft Ende der 30er-Jahre in Schwierigkeiten geraten war, bewahrte sie der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler 1941 vor dem vollständigen Abbau und finanzierte in der Folge ihren Betrieb. (gd/sda)