Moderne Architektur vor imposanter Bergkulisse

Moderne Architektur vor imposanter Bergkulisse

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Teaserbild-Quelle: Hartmut Nägele
Die neuste Schau an der ETH Hönggerberg widmet sich den Alpen als Wohnraum. Dabei steht nicht Ferienhausarchitektur im Fokus, sondern die unterschiedlichen nachhaltigen Siedlungsentwicklungen.
 
 
Das Interesse an Europas höchstem Gebirge ist ungebrochen. Sei es die romantische Vorstellung der Stadtbewohner von der landwirtschaftlichen Arbeit vor idyllischer Bergkulisse oder die durchgehende Après-Ski-Party in den einschlägigen Wintersporthochburgen – der Mythos Alpen floriert. Aber was steckt hinter dieser schwärmerischen Vorstellung einer alpinen «Identität» mit authentischen Bräuchen und traditionellen Riten, dem Leben als Naturbursche und dem Schutzpatron der alpinen Landschaft? Nicht alle Alpenbewohner leben im Heidiland und verdingen sich als Skilehrer. Was ist mit den restlichen 14 Millionen Bevölkerung? Wie leben diese und nehmen ihre Lebensräume und Landschaften wahr? Um diese Fragestellung dreht sich die Ausstellung «Wohn Raum Alpen». Beim Thema Wohn-Raum interessieren weniger die spektakulären Einfamilienhäuser oder das temporäre Wohnen in touristischen Destinationen, sondern die unterschiedlichen nachhaltigen Siedlungsentwicklungen – vom Mehrfamilienhaus bis hin zur Siedlungsstruktur – in der Gesamtheit des Alpenraumes mit seinen länderspezifischen Ansätzen und den Bezügen zum alpinen Kontext.
 
Dabei war es wichtig, eine möglichst grosse Bandbreite des Wohnens – vom Mädcheninternat bis zum Alterswohnsitz, vom sozialen Wohnungsbau für Asylbewerber bis hin zur spektakulären Anlage von «Zweitwohnschlitten» vor attraktiver Bergkulisse – abzubilden. Nicht in Form der Erörterung der Frage, auf welche Art und Weise das Wohnen im alpinen Raum funktionieren soll, sondern welche Wohnstätten in den Alpen der letzten zehn Jahre tatsächlich produziert wurden und wie dort nun tatsächlich gewohnt wird. Die gezeigten Projekte spiegeln einen Querschnitt des Wohnraums der Alpen im Hinblick auf unterschiedliche Themen- und Fragestellungen wider: so zeigt sich am Beispiel des Wiederaufbaus des ehemals zerstörten Gondo im Schweizer Kanton Wallis der Umgang mit den äusseren Gegebenheiten wie die extreme
topographische Lage und den zum Teil äusserst knappen verfügbaren Siedlungsraum. Oder das Thema der demographischen Entwicklung der Gesellschaft, vom komfortablen Urlaub bis ans Lebensende, bis hin zum betreuten Wohnen von Demenzkranken, deren bauliche Umgebung Teil der Therapie wird. (mgt/tst)