Mobimo verabschiedet sich vom Luxuswohnungs-Markt

Mobimo verabschiedet sich vom Luxuswohnungs-Markt

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Der Schweizer Luxuswohnungsmarkt ist ins Stocken geraten: Viele sehr teure Objekte stehen leer, zum Beispiel diejenigen im Mobimo-Tower in Zürich-West. Nun will sich die Immobilienholding Mobimo AG aus dem obersten Preissegment zurückziehen und will sich deshalb von einer Landreserve an der Zürcher Goldküste trennen.

 

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Im Mobimo-Tower stehen Wohnungen leer.

 

„Hier kann man zeigen, dass man Stil hat.“ Unter diesem Motto wirbt Mobimo um solvente Kunden, die sich in einer der Luxuswohnungen im 81 Meter hohen Mobimo-Tower niederlassen sollen. Doch die Bewohner, die auf „endlose Weitsicht und Grandezza“ Wert legen, bleiben aus. Jede dritte Wohnung im Hochhaus steht leer. Bei der Eröffnung vor über einem Jahr waren die Verantwortlichen noch optimistisch, dass die Wohnungen schnell verkauft würden, sobald etwas Leben ins Haus einziehe. Heute führen sie immer noch täglich Interessenten durch die Räume und organisieren Verkaufs-Veranstaltungen - aber meist ohne Erfolg.

Landreserven an der Goldküste verkaufen

Der Verkauf gestalte sich schwieriger als erwartet, erklärt Mobimo- Geschäftsführer Christoph Caviezel. Der Markt in der Luxus-Klasse sei gesättigt. Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von bis zu 25'0000 Franken, wie sie es im Mobimo-Tower gibt, verkaufen sich nicht mehr mühelos. Auch sehr hohe Mieten lassen sich nur noch an bester Lage durchsetzen. „Wir machen in diesem Segment nicht mehr weiter“, so Caviezel anlässlich der Präsentation der Geschäftsergebnisse 2012. Deshalb werden nun die Landreserven an der Goldküste in Erlenbach ZH, die sich gut für eine Luxus-Überbauung geeignet hätten, verkauft.

Künftig will sich Mobimo künftig auf das mittlere Segment fokussieren. Stockwerkeigentum in dieser Preisklasse gehe immer noch weg wie „warme Weggli“, sagte Caviezel weiter. Wohneigentum sei wegen der tiefen Zinsen nach wie vor attraktiv - trotz der zahlreichen Stimmen, die zur Zurückhaltung aufrufen würden. Allerdings ist Mobima auch in diesem Geschäft ist Mobimo etwas vorsichtiger geworden: Gebaut wird ein Projekt erst, wenn mindestens 30 Prozent der Wohnungen reserviert sind.

Mobimo-Tower: Leere Wohnungen im Immobilien-Eldorado

Neben mittelteuren Eigentumswohnungen will sich das Unternehmen in den kommenden Jahren vor allem auf die Entwicklung ganzer Areale konzentrieren. Geplant sind etwa Projekte auf dem Flon-Areal in Lausanne, beim Bahnhof Aarau, in Luzern Süd und auf dem Firmengelände der Rheinmetall in Zürich-Oerlikon. Wichtig sei bei diesen Entwicklungsarealen, dass man eine gute Durchmischung erreiche, betonte Caviezel. Dass dies bisher aber nicht immer gelungen ist, zeigte Anfang Februar eine Studie des Zürcher Mieterverbandes zur Entwicklung des Quartiers Zürich-West, in dem auch der Mobimo-Tower steht: Laut der Studie hat sich das  Quartier zwar zum regelrechten „Immobilien-Eldorado“ entwickelt, eine Durchmischung des Quartiers wurde aber wegen teurer Wohnungen und Büroflächen aber nicht erreicht. Die Gewerbeflächen seien nicht relevant und die Wohnflächen nicht bezahlbar, schreiben die Autoren. Diese Kritik bezeihnet Caviezel als berechtigt. Jede Immobilienfirma habe in Zürich-West nur ihre Parzelle berücksichtigt und deshalb möglichst teure Objekte erstellt. Bei den Projekten, die nun geplant sind, will die Immobilienholding das gewünschte Gesamtbild eines Areals besser im Blick haben. (mai/Monika Freund, sda)

 

Weniger Gewinn bei Mobimo

Das Immobilienunternehmen Mobimo AG hat im Jahr 2012 weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Das Ergebnis sank um 4,5 Millionen auf 76 Mio. Franken. Allerdings hatte Mobimo im Vorjahr von einem Steuereffekt in der Höhe von 5,5 Mio. Franken profitiert. Nach unten zeigte 2012 auch das operative Resultat, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sank von 121,1 Mio. auf 117,4 Mio. Franken. Weniger verdient hat Mobimo mit dem Verkauf von Eigentumswohnungen. Der Erfolg sank von 22,3 Mio. im 2011 auf 21,7 Mio. Franken. Positiver lief es bei den Vermietungen. Obwohl der Referenzzinssatz im vergangenen Jahr sank und die Mieten damit generell tiefer ausfielen, stiegen die Erträge aus Vermietungen deutlich von 88,8 Mio. auf 92,8 Mio. Franken. Ein Plus von 36,9 Mio. Franken verzeichnete Mobimo durch Neubewertungen. Der Wert des Immobilienportfolios stieg von 2,171 Mrd. auf 2,355 Mrd. Franken. (sda)