Mehr ÖV-Nutzer in verdichteten Gebieten

Mehr ÖV-Nutzer in verdichteten Gebieten

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Teaserbild-Quelle: Jorge Franganillo, Flickr, CC
Mehr ÖV-Nutzer in verdichteten Gebieten

Mit zunehmender Siedlungsdichte nehmen die innerhalb der Schweiz zurückgelegten Distanzen ab. Wer in dichtbesiedelten Gebiet zu Hause ist, ist öfter mit Tram, Bus oder S-Bahn unterwegs als jemand in spärlich bewohntem Gebiet. Dies zeigt der Bericht „Dichte und Mobilitätsverhalten“, den das Bundesamt für Raumentwicklung in Auftrag gegeben hat. Ihm liegen Daten aus dem Jahr 2015 zu Mobilität und Verkehr des Mikrozensus zu Grunde liegen.

Tram in Zürich.
Quelle: 
Jorge Franganillo, Flickr, CC

Wer in dicht besiedelten Gebieten wie der Stadt Zürich wohnt, ist oft mit dem Tram unterwegs.

In Prozenten ausgedrückt bedeutet dies: In den am dichtest besiedelten Gebieten legt die Bevölkerung neun Prozent der Distanzen zu Fuss zurück und 41 Prozent mit dem ÖV. In besonders dünn besiedelten Regionen präsentiert sich ein gegenteiliges Bild: Gerade mal vier Prozent werden zu Fuss zurückgelegt, mit S-Bahn und Co. sind es 16 Prozent. Zudem verringert sich mit verstärkter Dichte die täglich im Inland zurückgelegte Strecke.       

Diese Unterschiede widerspiegeln auch die mit dem Auto gefahrenen Distanzen: 77 Prozent sind es in den am wenigsten besiedelten und 44 Prozent sind es in den am dichtest besiedelten Gebieten. Und so besitzt denn auch in den am dichtest besiedelten Gebieten die Hälfte der Haushalte kein Auto, in den am schwächsten besiedelten Regionen verzichten lediglich 8 Prozent auf einen fahrbaren Untersatz. Beim Carsharing verhält es sich gegenteilig: in sehr urbanen Regionen profitieren knapp zehn Prozent von Carsharing-Netzen, wo wenig Menschen zu Hause sind, sind es nur drei Prozent.

Daneben zeigt der Bericht, dass die Bevölkerungsdichte ebenfalls einen Einfluss auf das Reiseverhalten hat. Die Anzahl Reisen mit Übernachtungen sind über gesamte Schweiz hinweg ähnlich, mit Ausnahme der urbansten und der am spärlichst bewohnten Regionen. Das heisst: Menschen in äusserst dichten Gebieten buchen mehr Reisen mit Übernachtungen als solche in wenig besiedelten Regionen. Der Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdichte und Reisen mit Übernachtungen lasse sich durch sozioökonomische Faktoren und Lebensstilen erklären, erklärt das ARE in seiner Medienmitteilung.  (mai/mgt)