Mobilfunknetze sind auch Regenmessstationen

Mobilfunknetze sind auch Regenmessstationen

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Regenmessstationen liefern der Klimaforschung wichtige Daten. Allerdings sind sie in gewissen Regionen nur spärlich vorhanden. Deshalb schlagen holländische Wissenschaftler vor, die wichtigen Daten über Mobilfunknetze zu sammeln.

 

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Bevor diese Regengtropfen auf dem Fensterglas gelandet sind, haben sie das Mobilfunktnetz "gestört".

In Regionen, in denen nur wenige Regenmessstationen stehen, könnten Mobilfunknetze diese ­ersetzen. Dies hat ein Forscherteam um Aart Overeem von der Universität Wageningen in ­Holland herausgefunden. Denn im Mobilfunknetz werden die Handysignale durch elektronmagne­tische Wellen übertragen. Sind diese unterwegs – beispielsweise vom Funkmast zum Natel – und ­treffen sie dabei auf Regentropfen, verschlechtert sich die Funkqualität. Der Grund: Die Tropfen absorbieren laut Overeem einen Teil der Wellen und streuen zusätzlich einen Teil der Energie. Das heisst, je intensiver der Niederschlag, umso ­stärker wird der Abschwächungseffekt. Und weil Mobilfunkbetreiber die Übertragungsqualität ihrer Netze ­beobachten, lässt sich aus den dabei generierten Daten auf die Niederschlagsmenge schliessen.

Meteorologen könnten von dieser Entdeckung profitieren. Denn wie Overeem erklärt, gibt es in hochindustrialisierten Regionen heute grosse ­Löcher im Regenmessnetz. Hingegen ist die Dichte der Mobilfunknetze stark angestiegen. In besie-delten Gebieten decken sie laut den ­Foschern bis zu 90 Prozent des Landes ab. (mai)