Mobiler Pavillon: Hauchdünne Holztäfelchen aus Burgdorf

Mobiler Pavillon: Hauchdünne Holztäfelchen aus Burgdorf

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: zvg
Einen preisgekrönten Pavillon aus sechs Millimeter starken Tafeln, der gar nicht hölzern daher kommt, hat ein Student der Berner Fachhochschule in Burgdorf mit einem interdisziplinärem Team entwickelt.

Was Ingenieure für «unmöglich» hielten, haben Studenten der Berner Fachhochschule für Architektur, Holz und Bau einfach ausprobiert. Sie entwarfen und bauten einen 6,5 Meter breiten Pavillon in Form einer Jurte, wobei die verwendeten Sperrholzplatten nur sechs Millimeter stark sind, berichtete die «Aargauer Zeitung» am Dienstag.


Das sechsköpfige Planungsteam gewann mit dem Projekt letztes Jahr einen Wettbewerb, den die CIRECA (Centre International de Recherche et d’Education Culturelle et Agricole) in Frankreich auslobte. Darin war die Entwicklung eines Veranstaltungspavillons gefordert, der folgende Voraussetzungen erfüllen musste: «Er soll rund, ohne Säulen und mit Tageslicht sein, eine Struktur aufweisen, die einfach und schnell zu montieren ist, nicht mehr als drei Personen für den Aufbau benötigt und in drei Stunden aufgerichtet ist. Ein einzelnes Element des Pavillons darf nicht schwerer als 30 kg sein. Weitere Kriterien sind ein Fassungsvermögen von mindestens 30 Personen, Barrierefreiheit und der Transport in einem PKW mit Anhänger. Die Verwendung von recycelten oder natürlichen Materialien, die wasserabweisend sind, ist ebenfalls gewünscht.»

Das Konzept war offenbar überzeugend. Das Team schickte später noch ein Modell im Massstab 1:10 an eine Ausstellung nach Schweden und kam beim Schweizer Designpreis 2013/14 unter die ersten Vier. Beim Innovationspreis der heimischen Fachhochschule gewannen die Studenten den mit 5'000 Franken dotierten zweiten Preis. Ausserdem gebe es bereits Anfragen aus Deutschland. Angeblich können drei Laien den modular konzipierten Holzpavillon in nur drei Stunden von Hand ohne Spezialwerkzeuge aufbauen. Mit einer Montageanleitung à la Ikea versehen, wird der geräumige, luftige Rundling sicher auch als Notunterkunft in Krisengebieten interessant.(tw)