Mit neuer Software Solarpanels harmonisch ins gebaute Umfeld einfügen

Mit neuer Software Solarpanels harmonisch ins gebaute Umfeld einfügen

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Solarpanels können sich harmonisch in ihre gebaute Umgebung einfügen, selbst wenn dies aus ästhetischen oder denkmalschützerischen Gründen schwierig ist. Davon ist Maria Cristina Munari Probst von der ETH Lausanne (EPFL) überzeugt. „Heute tendieren viele dazu, Solarpanels zu installieren, ohne darüber nachzudenken, welchen ästhetischen Einfluss diese auf bereits existierende Bauten in ihrem Umfeld haben“, sagt die Architektin. „Unelegante Installationen können potenzielle Nutzer abschrecken.“

Deshalb hat Probst zusammen mit dem Ingenieur Christian Roecker eine Methode und ein Programm entwickelt, mit der sich die ästhetischen Auswirkungen verschiedener Typen von Fotovoltaikanlagen auf das Stadt- oder Gebäudebild objektiv zu bewertet werden können. Vor kurzem sind wurde die Methode mit "Innovator of the Year"-Preis in Schweden ausgezeichnet.

Die Idee hinter „LESO-QSV“– QSV steht für Quality Site Visibility (Qualität, Standort und Sichtbarkeit – basiert auf der Frage, wie kritisch gewisse Stellen im Stadtbild sind und inwiefern dort sichtbare Photovoltaikinstalltionen stören könnten.

Das heisst: Umso kritischer der Ort – etwa die Fassade eines gut sichtbaren historischen Gebäudes –, umso mehr Wert muss darauf gelegt werden, die Panels harmonisch in die Architektur zu integrieren, was allenfalls höhere Kosten verursacht. Im Gegensatz dazu können die Ansprüche bei einer Solaranlage auf einem Flachdach in der Industriezone heruntergeschraubt werden. Dazu entwickelten Probst und Roecker entsprechende Kriterien. Und so lassen sich mögliche Standorte von Panels evaluieren, indem das Augenmerk auf drei Punkte gelegt wird: auf die Gestaltung, die Materialität und  auf welche Weise die Panels angeordnet werden können. Mit der Klärung dieser Punkte lässt sich feststellen, ob ein Bau in Sachen Solarenergie besonders kritisch ist oder unbedenklich. Zusätzlich zum Bewertungssystem bietet das Programm Beispiele von hundert Gebäuden als Inspiration. Weitere gelungene Projekte sollen noch folgen, insbesondere solche, die mit Probsts und Rockers Methode realisiert worden sind.

Das Verfahren kann laut Mitteilung der EPFL bereits ab nächstem Jahr eingesetzt werden, hiess es weiter. "Wir wollen zeigen, dass sich Solarpanels harmonisch ins Stadtbild einfügen können, sofern die nötigen Anstrengungen hinsichtlich Design und Finanzierung unternommen werden", meint Probst.  Sei dies nicht gegeben, sei es vielleicht besser, die Installation zu verschieben. (mai/mgt/sda)