Mit Bauen zum Milliardär geworden

Mit Bauen zum Milliardär geworden

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Teaserbild-Quelle: Haparanda Midnight Ministerial June 2010
Die kurz vor dem Jahreswechsel publizierte Liste der 300 reichsten Schweizer zeigt, dass sich erstaunlich viele davon ihr Vermögen im Bau- oder baunahen Sektor erarbeitet haben. Spitzenreiter sind dabei die Familien Schindler, Bonnard mit 6 bis 7 Milliarden Franken und der Holcim-Mitbesitzer Thomas Schmidheiny mit einem geschätzten Vermögen von 4 bis 5 Milliarden.
 
 
Nicht nur zukünftige Eigenheimbesitzer profitieren von den niedrigen Hypothekar-Zinsen, auch die Firmen im Bausektor können sich über die rege Nachfrage freuen – und machen deren Besitzer reich. Auffallend ist dabei die Tatsache, dass sich immer noch viele Betriebe in Familienbesitz befinden, und dass die vorderen Ränge ausschliesslich von Eigentümern produzierender Unternehmen gehalten werden.
 
Mit 6 bis 7 Milliarden Franken Vermögen gehören die Familien Schindler und Bonnard, die den Innerschweizer Lifthersteller Schindler dominieren, zu den vermögendsten Schweizern. Alleine im letzten Jahr ist ihr Vermögen dank des guten Aktienkurses um 2 Milliarden Franken angewachsen. Dahinter folgt mit 4 bis 5 Milliarden Thomas Schmidheiny, dem rund ein Fünftel des Betonproduzenten Holcim gehört. Für den Ostschweizer ist das Börsenjahr 2010 nicht optimal gelaufen, sein Vermögen reduzierte sich um rund eine Milliarde. Über ein gleich grosses Vermögen verfügt die Familie Liebherr, die man von den gleichnamigen Baumaschinen und Kühlschränken her kennt. Ebenfalls ganz vorne mit dabei sind die Familien Hilti vom gleichnamigen Befestigungs-Spezialisten aus dem Fürstentum Liechtenstein. War diese Familie vor vier Jahren noch rund 4,5 Milliarden Franken schwer, beläuft sich ihr heutiges Vermögen auf etwa die Hälfte. Schuld daran sind einerseits der hohe Frankenkurs, der die im Ausland stark engagierte Firma bluten lässt, andererseits die Auswirkungen des Krisenjahres 2009. Der Besitzer des Küchenausrüsters Franke aus Aarburg, Michael Pieper, rangiert mit 2 bis 3 Milliarden Franken ebenfalls auf den vorderen Plätzen. Auch ihn traf die Krise hart, sein Vermögen schrumpfte um rund eine Milliarde. Über ein ähnlich grosses Vermögen verfügt Ralph Sonnenberg, Inhaber der Firma Hunter Douglas. Die in Holland domizilierte Firma, die als Weltmarktführer für Fensterverkleidungen gilt, verlor zwar letztes Jahr über einen Fünftel Umsatz, trotzdem schaffte es Sonnenberg sein Vermögen zu halten. Die Familie Burkard-Schenker, Inhaber der Fimra Sika, verfügt über rund 1 bis 1,5 Milliarden Franken, während die Gebrüder Alpstäg, Besitzer der Swisspor-Firmengruppe auf 500 bis 600 Millionen kommen. Auch die Familie des neugewählten Bundesrates Johann Schneider-Ammann besitzt ein Vermögen in etwa dieser Höhe. Ihr gehört der bekannte Baumaschinen-Hersteller Ammann in Langenthal.
Übrigens handelt es sich beim reichsten Schweizer um einen Hersteller aus einem baunahen Bereich – es ist der gebürtige Schwede und Ikea-Besitzer Ingvar Kamprad mit rund 40 Milliarden.
 
Auf den weiteren Plätzen folgen
 
400 bis 500 Millionen Franken:
•Ernst Kaindl, Luzern, Holzwerkstoffe
•Familien Brandestini und Valsangiacomo, Zürich, Brückenbau, Bauelemente, Medien
•Thomas Domenig, Graubünden, Immobilien
•Norman Foster, Waadt, Architekturbüro
 
200 bis 300 Millionen Franken:
•Familie Walo Bertschinger, Zürich, Bauwesen
•Familie Marazzi, Bern, Bau/Beteiligungen
 
100 bis 200 Millionen Franken:
•Konrad Bratschi, Bern, Vorhangsysteme, Immobilien
•Hans Leutenegger, Schwyz, Regie- und Montagefirmen, Immobilien
•Edgar Oehler, St. Gallen, Bauzulieferer, Küchen, Oberflächentechnik
 
Die vollständige Liste kann auf bilanz.ch eingesehen werden. (tst)