Misstöne aus dem Zürcher Opernhaus

Misstöne aus dem Zürcher Opernhaus

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Teaserbild-Quelle: Roland zh/Wikimedia
Wegen der Grossbaustelle des Parkhauses Opéra müssen sich Opernhausbesucher zwischen Treppen und Bretterwänden hindurchzwängen. Zudem sorgt der Baulärm für Ärger. Manche Besucher bleiben aus. Nun will das Opernhaus für diese Unannehmlichkeiten entschädigt werden. Doch die Stadt hat offenbar kein Musikgehör.
 
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Misstöne und Disharmonien beim Zürcher Opernhaus wegen der Baustelle.
 
Beim Zürcher Opernhaus wird gebaut, und zwar ein unterirdischer Parkplatz. Das ist nicht nur laut, sondern sorgt auch beim Opernhaus selber für Misstöne: Die öffentliche Hand beschere dem Opernhaus eine Umgebung, die Millionenverluste verursache, beschwert man sich in einem Brief, der sowohl bei der Stadt als auch beim Kanton Zürich eingegangen ist. Gemäss eigenen Angaben leidet das Opernhaus wegen der Baustelle vor den seinen Pforten unter einem Besucherrückgang von 3,5 Prozent für die laufende Saison. Dazu kämen mehrere Annullationen von lukrativen Firmenanlässen wie etwa der "Fifa"-Gala vom letzten Dezember. An diesem Zustand wird sich in den nächsten Saison wohl nicht viel ändern: Nachdem auf dem Bauareal die Reste einer Pfahlbausiedlung entdeckt worden sind, verzögern sich die Bauarbeiten für das Parkhaus Opéra um ein Jahr, das heisst bis 2013.
 
Bei der Stadt Zürich ist man sich zwar bewusst, dass der Platz vor der Oper momentan eine Grossbaustelle ist. Aber eine von grossem öffentlichen Interesse, wie Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartementes der Stadt Zürich erklärt. Es könne deshalb nicht sein, dass die Stadt Zürich nun für Verluste aufkommen solle. "Die Stadt ist nicht schadenersatzpflichtig", hält er fest. Ein Gewerbetreibender könne schliesslich auch keinen Schadenersatz einfordern, weil auf dem Trottoir vor seinem Laden gebaut werde. Auch der Umstand, dass sich die Bauarbeiten um ein Jahr verlängern, kann laut Spinner nicht der Stadt angelastet werden. Man habe schliesslich nicht wissen können, dass Überreste einer Pfahlbausiedlung ans Tageslicht kommen würden.
 
Auch beim Kanton Zürich hat man Post vom Opernhaus erhalten. Man habe den Brief zur Kenntnis genommen, aber noch nicht bearbeitet, sagte Michael Rüegg, Sprecher der Justizdirektion, gegenüber der SDA. Die zuständige Person sei momentan nicht im Haus. Eine Stellungnahme zum Bittschreiben könne man deshalb nicht abgeben. - In der Saison 2008/2009 hat die öffentliche Hand das Zürcher Opernhaus mit insgesamt 73,8 Millionen Franken unterstützt. (mai/sda)
 
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