Missen-„Verkuppelung“ auf dem Bundesplatz

Missen-„Verkuppelung“ auf dem Bundesplatz

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Peter Schneider, Keystone

Der Bundesplatz wird am Samstag zum Missen-Laufsteg. Extra für die Miss Schweiz Wahl wird dieser Tage nämlich eine pompöse Kuppel aufgestellt – direkt vor unseren „heiligen Hallen“.

Quelle: 
Peter Schneider, Keystone
Die Missen-Kuppel in Bern.

Nur das Beste ist gut genug für die Wahl der neuen Miss Schweiz. Es reicht nicht, dass der Event am Samstag in unserer Hauptstadt stattfindet. Nein, der Kampf ums Krönchen wird sogar direkt auf dem Bundesplatz ausgetragen. Und zwar in einer Kuppel, die derzeit hochgezogen wird. Die Zeltkonstruktion ragt stolze 17 Meter in die Höhe. Auch ihre Ausbreitung ist kolossal: 70 Meter lang und 40 Meter breit ist das Ding.

Durchsichtig und voller Symbolkraft

Würden unsere Parlamentarier am Wochenende arbeiten, hätten sie vielleicht den besten Ausblick auf die „Kuppeln“ der Missen; denn der Swiss Dome genannte Bau verfügt über durchsichtige Hüllen. Nun müssen sie sich wohl mit den Bildern aus dem Fernsehen begnügen – hoffentlich hat die Classe politique wenigstens HD.

Ein Trost bleibt Amstutz und Co. aber trotzdem: Laut Event-Koordinatorin Claudine Erny hat die Miss-Wahl vor dem Parlamentsgebäude eine grosse Symbol- und Ausstrahlungskraft für die Schweiz. Deshalb habe man, so sagte sie gegenüber der Zeitung „Der Bund“, auch eine siebenköpfige Jury eingesetzt – analog zum Bundesrat.

Viele Schaulustige, wenige Kunden

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät freut sich offenbar über die Kuppel – oder eher die Missen? Er hat nämlich bereits angekündigt, am Samstag bei der Show dabei sein zu wollen, weiss die „NZZ“. Weniger erfreut sind die Marktfahrer. Da der Dome bis kommenden Mittwoch auf dem Bundesplatz bleibt, tangiert er den Berner Märit. Das Zelt ziehe wohl zahlreiche Schaulustige, aber nicht zwingend Kunden an, sagt Walter Stettler, Präsident des Vereins Berner Märit. Und: „Bei einer Misswahl schaut man doch die Damen und nicht das Bundeshaus an. Ich verstehe nicht, warum der Anlass auf dem Bundesplatz stattfinden muss.“

Nicht kommerziell – trotz Sponsoren

Für Zündstoff sorgt die Kuppel nur schon deshalb, weil sie da ist. Denn für den Bundesplatz gilt ein strenges Nutzungskonzept. Und dieses untersagt Veranstaltungen, „die einen wirtschaftlichen Gewinn anstreben“. Vielleicht vermarktet der PR- und Eventprofi Claudio Righetti die Misswahl neu deshalb als Charity-Gala unter dem Motto „Princess of Switzerland“. Über die zahlreichen Sponsoren, die die Missen-Krönung jeweils unterstützen, sehen wir jetzt mal hinweg.

Das scheint auch der Gemeinderat getan zu haben, denn er hat den Veranstaltern die Nutzungsgebühren erlassen. Begründung: „Bern kann sich mit der Misswahl auf dem Bundesplatz als Veranstaltungsort positiv in Szene setzen. Und zwar über die Landesgrenzen hinaus.“ Herr und Frau Schweizer sind bestimmt hocherfreut, dass das Bundeshaus nun immer mit schönen Gesichtern und langen Beinen in Verbindung gebracht wird. Und natürlich mit dem Weltfrieden. (pd/mt)


[[Slideshow]]