Meyer Burger baut weitere 270 Stellen ab

Meyer Burger baut weitere 270 Stellen ab

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 Bei Meyer Burger fallen weitere 270 Stellen der Solarkrise zum Opfer. Eine zusätzliche Anpassung der Produktionskapazitäten sei aufgrund der Marktsituation unerlässlich, teilte der Hersteller von Spezialsägen für Siliziumblöcke und Maschinen zur Solarpanel-Produktion heute mit.
 
Bereits im Frühling hatte Meyer Burger eine erste Restruktierungswelle eingeläutet. Seither ist fast jede fünfte Stelle gestrichen worden. Gegenwärtig beschäftigt Meyer Burger nach eigenen Angaben umgerechnet insgesamt 2272 Mitarbeiter in Vollzeitstellen. Künftig sollen es nur noch 2000 sein. Von den rund 270 künftig gestrichenen Stellen fallen betreffen 50 die deutsche Tochter Roth und Rau. Welche Konzernbereiche vom Abbau sonst noch betroffen sind, kann laut Meyer Burger noch nicht bekannt gegeben werden. Mit dem Personalabbaus sollen die laufenden Kosten um jährlich 30 Millionen Franken reduziert werden. Seit Jahresbeginn führt Meyer Burger den Vertrieb zusammen, vereinfacht die Organisation und restrukturiert die Produktion.

Verlust von 20 bis 40 Millionen 

Für 2012 kündigte Meyer vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen Verlust von 20 bis 40 Millionen Franken an. Ursache ist neben den Restrukturierungskosten auch der geringere Umsatz. Dieser dürfte nur leicht über 600 Millionen Franken liegen. Künftig will Meyer Burger auf dieser Umsatzbasis wieder ein ausgeglichenes Ebitda-Ergenbnis ausweisen. Bereits im Juli hatte das Unternehmen die Prognosen heruntergeschraubt und einen Umsatz im unteren Bereich der angepeilten 600 bis 800 Millionen Franken angekündigt. 2011 hatte es einen Umsatz von 1,3 Milliarden Franken und ein Ebitda von 278 Millionen Franken erzielt.

Ungeachtet der schwierigen Branchensituation blickt das Unternehmen positiv in Zukunft: Meyer Burger treibe seine Bemühungen um technische Führerschaft voran. Projektgespräche mit Kunden in Asien, Südamerika, im arabischen Raum und Afrika bekräftigten die Firma darin, hiess es weiter. Wann daraus allerdings Aufträge resultieren, sei schwierig zu beurteilen. „Die Visibilität des gesamten Marktes bleibt begrenzt.“

Aktie brach heute Nachmittag ein

Die Anleger reagierten negativ auf die Mittelungen der Firma. Die Aktie brach bis am frühen Nachmittag um 7,4 Prozent ein und notierte bei 6,23 Franken. Die Meyer-Burger-Papiere verloren im laufenden Jahr mehr als die Hälfte ihres Werts und lagen damit so tief, wie seit sechs Jahren nicht mehr. Laut Analysten stellt sich die Frage nach der Liquidität, um die Krise durchzustehen; darum könnte eine Kapitalerhöhung nötig werden.

Die angekündigten Restrukturierungsmassnahmen dürfte von den Investoren als positives Signal aufgefasst werden, urteilte die Bank Notenstein mit Blick auf den weg geschmolzenen Aktienkurs. Eine Erholung des Marktes scheine aber noch in weiter Ferne zu sein. Daher stelle sich die Frage nach der Liquidität von Meyer Burger, hiess es bei der Bank Vontobel. Sie rechnet damit, dass diese bis Ende 2013 sehr stark einbrechen wird: Auf der Basis der neuen Prognose für das laufende Geschäftsjahr lasse sich ein Nettoverlust von 80 bis 90 Millionen Franken erahnen. In den kommenden sechs bis zwölf Monaten könnten damit Kapitalerhöhungen erforderlich werden. Die gleiche Befürchtung hegt die UBS.
 
Die Verwerfungen in der Solarindustrie, ausgelöst durch die Schuldenkrise und den Wegfall von Subventionen, Überkapazitäten und dem damit einhergehender Preiszerfall für Solarmodule, macht Meyer Burger schon länger zu schaffen. Abhilfe könnte eine Konsolidierung unter den Solarzulieferern schaffen. Allerdings ist eine solche nicht absehbar. (mai/sda)