Metaanalyse FPRE: Aussenhandel setzt positive Impulse

Metaanalyse FPRE: Aussenhandel setzt positive Impulse

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Auch im September zeigt sich die Gesamtwirtschaft positiv, sie scheint mit dem Frankenschock mehrheitlich zurecht zu kommen. Dies geht aus der Metaanalyse zur Konjunktur des Beratungsunternehmens Fahrländer und Partner (FPRE) hervor. Angesichts von Umstrukturierungen, Verlagerungen und Straffungen – auch infolge der Frankenstärke – bleibt die Arbeitslosenquote mit 3,5% in diesem Jahr stabil und voraussichtlich mit 3,6% im nächsten Jahr.

Die aktuelle Metaanalyse Konjunktur umfasst die Erkenntnisse aller relevanten Indikatoren und Prognose-Institute der Schweiz, des SECO, KOF, der CS, UBS, Créa und des BAK. Aus den Prognosen einzelner Institute wird ein mittlerer Wert errechnet, der einen breit abgestützten mittleren Prognosewert ergibt.

Der Mittelwert aller Institute für eine BIP-Prognose rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von +1,3% in diesem und mit +1,6% im kommenden Jahr. Gemäss Seco dürfte die Schweizer Wirtschaft im Jahresdurchschnitt um +1,4% wachsen, im 2017 sogar um+1,8% und noch optimistischer lautet die KOF-Prognose mit +1,7% BIP-Wachstum im 2016 und +1,8% im 2017.

Aussenhandel mit mehr Plus-Potenzial: Trotz Frankenschock prognostizieren sämtliche Institute ansprechende Steigerungen bei den Exporten von +3,2% für 2016 und von +3,8% für 2017. Bei den Importen werden + 3,6% im 2016 und +3,8% für 2017 prognostiziert. 

Konsum leicht rückläufig: Etwas gedämpfter zeigen sich die Prognosen für den Privatkonsum mit einem Medienwert aller Prognosen von +1,1% für dieses und +1,2% für das nächste Jahr. Auch die Medianwerte für den öffentlichen Konsum liegen bei +1,7% für 2016 und +1,4 im 2017.

Teuerung bleibt im Minus: Die Teuerungsrate sehen die Prognose-Institute im laufenden Jahr nach wie vor im Minusbereich mit einem Mittelwert von –0,4%. Der errechnete Medianwert für 2017von +0,2% erscheint noch kaum als sicherer Wert.   

Ausrüstungsinvestitionen: Der Mittelwert aller Prognosen für die Ausrüstungsinvestitionen lässt für dieses Jahr  ein Plus von 1,8% und von 1,7% für 2017 erwarten.

Bauwirtschaft: Bei den Bauinvestitionen werden bescheidene Steigerungen erwartet mit +0,5% im laufenden Jahr und +1,1% für 2017.

Leicht günstigere Eigentumswohnengen

Gemäss Transaktionspreis-Indizes von FPRE werden Eigentumswohnungen im zweiten Quartal in der ganzen Schweiz etwas günstiger mit –2,9%. Dieser Rückgang schlägt sich jedoch vor allem im gehobenen und mittleren Segment nieder, während im unteren Segment nach wie vor Steigerungen verzeichnet werden dürften. Im Jahresvergleich (2. Vorjahresquartal) zeigt sich eher eine Seitwärtstendenz.

Aus dem SWX IAZI Angebotspreis-Index für Immobilien geht hervor, dass die Angebotspreise für Wohneigentum im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal (+l,8%) um noch +0,7% gestiegen sind. Im Gegensatz dazu sind die Angebotspreise für EFH mit -0,2% niedriger (Vorquartal: 0,0%).

Bei den Mehrfamilienhäusern zeigt sich nach wie vor bei Altbauten und Neubauten im mittleren Preissegment eine steigende Tendenz bei den Erträgen, Anfangsrenditen und Marktwerten. Ein Teil dieser Entwicklung geht zweifellos auf das Konto des allgemeinen Anlagenotstandes.

Preise für Büroflächen sinken

Für Büro- und Geschäftshäuser werden nach wie vor sinkende Preise auf Grund rückläufiger Mieten vor allem auch an peripheren Lagen erwartet. In der Folge werden die Büromieten immer günstiger und die Landwerte für Bürohäuser sinken deutlich, schweizweit um –5,8%. In diesem Marktsegment zeigt sich noch keine Trendwende ab. 

Auch hier gibt es grosse regionale und lokale Unterschiede, der Überhang an Angeboten wirkt sich je nach Region dämpfend aus. In den letzten zwei Quartalen hat sich zudem das Beschäftigungswachstum der klassischen Büromarktbranchen in der Schweiz deutlich abgekühlt; im ersten Quartal 2016 ist deren Beschäftigung im Vorjahresvergleich um lediglich +0,3% gewachsen. Selbst die beiden Wachstumsbranchen der letzten Jahre, Unternehmensdienstleistungen und Informationstechnologie, waren in den letzten zwei 
Quartalen sehr zurückhaltend hinsichtlich Beschäftigungsausbau.

Verkaufsflächen leiden nach wie vor an periphere Lagen und auch die sich ändernden Einkaufsverhalten   - im Zuge vom Trend zum Onlinehandel und Einkaufstourismus – machen sich negativ bemerkbar.

Die Wohnungsmieten präsentieren sich im zweiten Quartal allgemein mit einer leicht steigenden Tendenz. Ausnahmen sind die Südschweiz mit einem Minus von –14,1% im Jahresvergleich und in geringerem Ausmass das Mittelland mit –1,9% und die Ostschweiz mit –1,2% im Jahresvergleich. Altbauwohnungen bleiben begehrt und erleben steigende Mieten (Ausnahme TI). (mai/mgt)