Messstation der Superlative im Amazonas

Messstation der Superlative im Amazonas

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Teaserbild-Quelle: PD/MPIC Kesselmeier

Inmitten des brasilianischen Regenwaldes, rund 150 Kilometer von Manaus entfernt, steht  eine Forschungseinrichtung der Superlative: das 325 Meter hohe Amazonian Tall Tower Observatory (Atto). In den vergangenen Monaten lief der Bau auf Hochtouren. Morgen wird der Klimamessturm offiziell eingeweiht.

Die Anlage ist ein gemeinsames Projekt des brasilianischen Instituts für Amazonasforschung und des Max Planck Institut für Chemie (MPIC). „Die Messstelle ist weitgehend ohne direkten menschlichen Einfluss und daher ideal, um die Bedeutung des Waldgebietes auf die Chemie und die Physik der Atmosphäre zu untersuchen“, sagte Jürgen Kesselmeier vom MPIC, der das Projekt koordinierte. In luftiger Höhe über dem Dschungeldickicht sammeln Messgeräte nun täglich Daten über Treibhausgase, Aerosolpartikel, Wolkeneigenschaften und den Transport der Luftmassen. „Mit Atto erreichen wir einen Meilenstein in der Erforschung der Wechselwirkungen des Erdsystems“, erklärt Ferdi Schüth, Vizepräsident der  Max-Planck-Gesellschaft. „Alle Daten die wir an diesem Messturm generieren fliessen in Modelle zur Vorhersage der Klimaentwicklung ein.“

Das Zentrum des Atto bildet die 325 Meter hohe, filigrane Messstation aus Stahl. Mit einer Grundfläche von gerade mal drei mal drei Metern wird sie mit im Boden verankerten Drathseilen stabilisiert. Ein mechanischer Lift bringt die Forscher hinauf, wer den laut Medienmitteilung „höchsten Forschungsturm“ zu Fuss erklimmen will, kann dies über eine umlaufende Treppe. Zum Observatorium gehören noch vier weitere, allerdings kleinere Messstationen.

Wohl anspruchsvoller als der Bau selbst dürfte übrigens die Logistik gewesen sein:  Die einzelnen Teile für den 325-Meter-Turm wurden in der Hafenstadt Curtiba vorgefertigt und wurden danach zum künftigen Standort des Turms transportiert.  Dies war allerdings nur über eine Zugangstrasse möglich, die vorher noch instand gesetzt werden musste. (mai)

Quelle: 
PD/MPIC Kesselmeier
So hoch wie der Eiffelturm: der Messturm im Amazonas.