Messeleiterin Ursula Gerber im Interview

Messeleiterin Ursula Gerber im Interview

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Ursula Gerber, Messeleiterin appli-tech, Messe Luzern AG.

Die "appli-tech" ist ein wichtiger Branchentreffpunkt. Die Fachmesse – diesmal zum Thema "Putz – Farbe – Dämmung" – hat indes mehr zu bieten als das Neuste aus dem Maler- und Gipsergewerbe, dem Trockenbau und der Dämmung. Messeleiterin Ursula Gerber verrät was.

Ursula Gerber, Messeleiterin appli-tech, Messe Luzern AG.


Worauf können wir uns dieses Jahr besonders freuen?
Auf eine Premiere: den Innovationswettbewerb für junge Handwerker und Planer. Den Contest haben wir zusammen mit unserem Patronatsverband, dem SMGV, und der Unterstützung unserer Partnerverbände, konzipiert. Spannend ist auch das Motto beziehungsweise das Thema: "Farbe – Putz – Dämmung".  Die Wettbewerbsteilnehmer hatten die anspruchsvolle Aufgabe, eine bestehende Fassade nachhaltig zu sanieren und sich dabei auf innovative Weise mit den drei Werkstoffen Farbe, Putz und Wärmedämmung auseinanderzusetzen.

Warum haben Sie diesen Wettbewerb lanciert? Was ist die Idee dahinter?
Wir möchten die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Planern und Handwerkern fördern und gleichzeitig das Innovationspotenzial des Branchennachwuchses ausloten. Mit dem Contest­ "Farbe – Putz – Dämmung" haben wir einen ersten Schritt gemacht: Elf Teams haben sich angemeldet. Sieben Arbeiten wurden schliesslich juriert. Mit den Resultaten sind wir sehr zufrieden, denn alle Teams haben sich engagiert, auf einem wirklich hohen Niveau gearbeitet, und die Innovation und Kreativität der Ergebnisse überzeugen. 

Warum erachten Sie die Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Planung beziehungsweise jungen Berufsleuten als wichtig?
Wir möchten die Kooperation von Industrie, Handwerk und Kunst wiederbeleben. Will man mit der Zeit gehen, muss man sich auf die Modernisierung der bestehenden Bausubstanz konzentrieren. Die "appli-tech" ist die Fachmesse für die Maler- und Gipserbranche, für den Trockenbau und die Dämmung. Die Schau bildet die perfekte Plattform, um das kreative Potenzial in der Anwendung und Kombination der drei Werkstoffe Farbe, Putz und Dämmung auszuloten und die Innovationskraft der jungen Generation zu entfalten.

Wie und wo lassen sich die prämierten Arbeiten bewundern?
Die Gewinner der drei Haupt- und der zwei Sonderpreise stehen fest. Die Bekanntgabe und die offizielle Preisverleihung finden am Eröffnungsanlass der appli-tech statt. Alle Arbeiten werden an der appli-tech im Rahmen einer Sonderschau ausgestellt. Das Fachpublikum kann alle jurierten Arbeiten betrachten und ist dann aufgefordert, den Publikumspreis zu vergeben. Das Siegerteam wird am letzten Messetag mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. 

Soll der Wettbewerb zu einem festen Bestandteil der appli-tech werden?
Ziel ist es, den Innovationswettbewerb im Rahmen der "appli-tech" weiter zu führen und auf die Messe 2018 wieder auszuschreiben. In Zusammenarbeit mit dem SMGV und den Partnerverbänden werden wir die Weiterentwicklung des Wettbewerbs überprüfen. 

Was hat Sie an der appli-tech 2015 organisatorisch am meisten gefordert? 
Die Interessen und Bedürfnisse der Branche zu vernetzen und zu koordinieren. Was die Branche beschäftigt und wohin sie geht – all dies mussten wir im Vorfeld eruieren. Eine Herausforderung war auch, diese Themen und Tendenzen an der Messe gut zu präsentieren und insbesondere im Rahmenprogramm aufzunehmen und spannend umzusetzen. Schliesslich soll die appli-tech zum Branchentreffpunkt werden und dem Fachpublikum einen Mehrwert bringen. 

Was ist ihr persönliches Messe-Highlight?
Auf die Sonderschau "Verrückte Wände" freue ich mich ganz besonders. Mit "verrückt" ist einerseits die Ausrichtung der Wände gemeint – diese stehen nämlich nicht im Lot – und andererseits die Präsentation von ungewöhnlichen und extravaganten Materialien und Oberflächen. Die Wände zeigen aktuelle Modeströmungen auf und werden auf spannende Art zu einem Ganzen konzipiert. Die Besucher finden in dieser Sonderschau inspirierende und gleichzeitig auch «verrückte» Ideen für die Raumgestaltung. Gespannt bin ich auch auf die angrenzende Plattform "Handwerk Spezial". Gemeinsam mit allen Ausbildungsinstituten ist es uns gelungen aufzuzeigen, was das Maler- und Gipserhandwerk alles kann. Das Gesamtkunstwerk bringt auf den Punkt, was die beiden Berufe auszeichnet: Die Vielfalt an gestalterischen Elementen, die eine unbegrenzte Zahl an individuellen Ideen und Lösungen zulassen.

Welches thematische Spektrum erwartet die Besucher des Architektursymposiums?
Das Architektursymposium steht unter dem Titel "Gliederung – Plastizität –Opulenz". Dies sind spannende Themen, wenn es um die Zukunft des Bauens geht. Es freut mich, dass wir dazu hochkarätige Referenten einladen konnten. Sie sind Architekten und Gestalter, die sich bei ihrer täglichen Arbeit stark mit diesen Themen befassen. In den letzten Jahren konnte man eine Trendwende in der Architektur feststellen. Man wendet sich vom Minimalismus der Jahrtausendwende ab und befasst sich vermehrt mit einer komplexeren Architektur. Dabei werden oft Bezüge zu traditionellen Bauformen genommen. Unsere vier Experten werden dies in ihren Referaten ausführlich darlegen. 

Welchen Stellenwert hat die appli-tech als Branchentreff?
Die appli-tech hat sich als nationale Plattform für die Maler- und Gipserbranche und für Trockenbau und Dämmung etabliert. Sie hat einen hohen Stellenwert bei den "Kreativen am Bau" und ist die einzige Schweizer Messe, die sich ausschliesslich diesen Themen widmet. Die Messe zeigt Produktentwicklungen, Dienstleistungen, Innovationen und Trends auf. Fachpersonen tauschen sich hier aus. Handwerker und Planer nutzen die appli-tech als Informations- und Inspirationsquelle. Interview: Claudia Porchet