Ménage à trois mit Hodler und Co.

Ménage à trois mit Hodler und Co.

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Künftig soll im St. Galler Kunst- und Naturmuseum nur noch Kunst zu sehen sein. Dazu wird die Ausstellungsstätte erweitert und umgebaut. Den dafür ausgeschriebenen Wettbewerb gewannen die Park Architekten aus Zürich.
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Im Untergeschoss werden gewölbte Decken eingebaut.
Das Kunst- und Naturmuseum blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Im 19. Jahrhundert von Johann Christoph Kunkler für die Ortsbürgergemeinde errichtet, beherbergte der klassizistische Bau Sammlungen der Kunst und der Natur. 1970 befand sich das Gebäude in einem derart desolaten Zustand, dass es geschlossen wurde. Schliesslich schrieb die Stadt in den 1980er-Jahren einen Projektwettbewerb aus. Daraus resultierten zwei kreisförmige Anbauten im Untergeschoss. Doch nun ist der Platz abermals knapp. Deshalb entwickelte die Stiftung St. Galler Museen die Strategie „3 Museen – 3 Häuser“. Das heisst: Das Naturmuseum kommt in der Nähe des botanischen Gartens in einem Neubau unter. Das Kunstmuseum erhält damit mehr Platz, weil es die Räume, die zurzeit das Naturmuseum belegt, ebenfalls nutzen kann. Dritter im Bunde ist das Historische und Volkskundemuseum: Dieses bleibt an seinem Standort und wird „nur“ saniert.

Klassizismus trifft aufs 21. Jahrhundert 

Getreu dem Titel des Siegerprojekts "Rita, Sue and Bob too" wird das erneuerte Kunstmuseum in St. Gallen eine ménage à trois, zusammengesetzt aus dem in den 1870er-Jahren erbauten klassizistischen Bau von Johann Christoph Kunkler, die Erweiterung aus den 1980er-Jahren nach Plänen des St. Galler Architekten Marcel Ferrier sowie dem neuen Gebäude.
 
Die Architekten AG planen, im Untergeschoss, wo heute das Naturmuseum untergebracht ist, den Boden einen Meter tiefer zu legen. Damit gewinnen die relativ niedrigen Räume an Höhe. Zudem erhält das Untergeschoss eine gewölbte Decke mit einer entsprechenden Beleuchtung. Nach dem Umbau soll dort laut der städtischen Baudirektorin Elisabeth Beéry die Sammlung des Kunstmuseums Platz finden. In den beiden darüber liegenden Etagen sind gemäss Béery Wechselausstellungen geplant. In der Investitionsplanung sind 18 Millionen Franken für diese Bauvorhaben berechnet. Nach Abzug der Beiträge braucht es nicht einmal eine Volksabstimmung. „Rita, Sue and Bob too“ habe das Preisgericht auch aus ökonomischen Überlegungen überzeugt, so Stadtbaumeister Erol Doguoglu.
 
Beim künftigen Naturmuseum sieht es anders aus. Hier hat das Stimmvolk das letzte Wort in Sachen Kredit. Dabei geht es um rund 20 Millionen Franken. Laut Beéry wird die entsprechende Vorlage im Frühling dem Stadtparlament unterbreitet, der Souverän wird voraussichtlich im November entscheiden.  Sagt das Stimmvolk Ja zum Naturmuseum-Kredit will die Stadt die Planung für die Erneuerung des Kunstmuseums vorantreiben. Für die Bauarbeiten rechnet man mit eineinhalb Jahren.  (mai/sda)
 
Lesen Sie dazu auch den Artikel "Ausgestopfte Tiere sollen zügeln" vom 7. Dezember 2009.
  
Linnktipps:
Link zum Jurybericht der Erweiterung des Kunstmuseums: www.stadt.sg.ch
Mehr zum Projekt des Naturmuseums unter: www.stadt.sg.ch