Meiringer ebnen Weg für Feriendorf mit 300 Betten

Meiringer ebnen Weg für Feriendorf mit 300 Betten

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Das geplante Feriendorf im Herzen von Meiringen BE hat eine wichtige Hürde genommen. Die Gemeindeversammlung gab grünes Licht für den Verkauf von 8000 Quadratmetern Land auf der Sauvagematte.

Auf dem Grundstück vor dem Parkhotel du Sauvage planen Promotoren aus Graubünden und Zürich ein Resort mit 90 Wohnungen und 300 warmen Betten. Der Gemeinderat Meiringen erhofft sich davon neuen Schwung für den Tourismus im Haslital und das lokale Gewerbe.

Für das Feriendorf stehen insgesamt 12'000 Quadratmeter zur Verfügung. Denn auch zwei weitere Landbesitzer sind bereit, ihre Parzellen auf der Sauvagematte zu verkaufen. Dabei handelt es sich um Haslital Tourismus und um die Dorfgemeinde Meiringen, eine Gebietskörperschaft.

Die Projektentwickler sind in der Szene bekannt - sie haben sich bei der Planung des Feriendorfs in Brigels einen Namen gemacht. Das Bündner Resort in ähnlicher Grössenordnung wird Ende dieses Jahres eröffnet.

In Meiringen erhoffen sich die Verantwortlichen zusätzliche 80'000 Logiernächte pro Jahr. Davon profitiere die ganze Region, betonte Nils Glatthard, der Direktor von Haslital Tourismus, an der Hauptversammlung seiner Organisation.

"Geschenk mit Schleife"

Das Feriendorf sei "ein silbrig eingepacktes Geschenk mit einer roten Schleife". Denn die Region habe heute schon ein reiches touristisches Angebot - was ihr fehle, seien zusätzliche Gäste.

Jeder Gast gebe 74 Franken pro Nacht aus, rechnete Gemeinderat Thomas Dummermuth (SVP) vor. Somit bringe das Feriendorf zusätzliche sechs Millionen Franken in die Region.

Wachstum trotz Zweitwohnungsinitiative

Das Resort ist für Meiringen eine Möglichkeit, trotz Zweitwohnungsinitiative touristisch zu wachsen. Anderen Destinationen bleibe diese Möglichkeit verwehrt, weil ihnen das geeignete Land fehle, sagte Promotor Marcel Friberg. "Sie werden neidisch nach Meiringen blicken."

Der Landverkauf geht allerdings nur dann über die Bühne, wenn die Promotoren ihr Versprechen wahr machen und "innert nützlicher Frist" mit dem Bau des etwa 26 Millionen Franken teuren Feriendorfs beginnen. Mit dieser Klausel soll verhindert werden, dass die Sauvagematte zum Spekulationsobjekt wird. Im Kaufvertrag ist auch festgeschrieben, dass es sich bei den Investoren um Schweizer handeln muss.

Das Grundstück liegt in einer Zone mit Planungspflicht. Seit 20 Jahren ist eine touristische Überbauung vorgesehen, und Ideen gab es schon viele. Doch das Feriendorf ist das erste konkrete Projekt, das dem Gemeinderat vorgelegt wurde. (sda/pd)