Aus für Keramikland AG

Aus für Keramikland AG

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Aus für Keramikland AG

Die Meier-Tobler-Gruppe stellt den Betrieb der Keramikland AG ein. Sie will sich künftig auf ihr Kerngeschäft mit technischer Gebäudeausrüstung fokussieren: Das Geschäft mit Badezimmerausstattungen liefere seit einiger Zeit einen negativen Beitrag zum Konzernergebnis.

Das Konsultationsverfahren ist eröffnet worden. Insgesamt sind 46 Arbeitsplätze an den Standorten Cham, Chur, Huttwil und Zürich betroffen. Wie die Gruppe in ihrer Medienmitteilung schreibt, soll der Stellenabbau möglichst sozial verträglich geschehen. Die Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern würden vollumfänglich erfüllt und sämtliche Aufträge sollen wie vereinbart ausgeführt werden.

Die Schliessung wirkt sich laut Meier Tobler im niedrigen einstelligen Millionenbereich auf das Konzerngewinn des Geschäftsjahres 2018 aus. Für das Folgejahr wird damit gerechnet, dass sie sich positiv auf das Resultat auswirkt. Zusätzlich könne der Verkauf der von Keramikland genutzten Immobilien die Fremdfinanzierung über zehn Millionen Franken reduzieren.

Für das Laufende Jahr erwartet Meier Tobler einen Umsatzrückgang zwischen 4,5 und 6 Prozent und einen EBITDA zwischen 25 und 28 Millionen Franken. Falls die Umsatzentwicklung wie angestrebt realisiert werden könne, werde man das Resultat im 2019 dank Synergien und Kostensenkungen deutlich steigern können.

Rückläufige Umsätze, Preisdruck und rote Zahlen

Seit sich die Firmen Walter Meier und Tobler im Jahr 2017 zusammengeschlossen haben, kämpft die neu formierte Gesellschaft mit verschiedenen betrieblichen Problemen. Die Dividende wurde gestrichen. In den ersten neun Monaten nahm der Umsatz um rund 5,5 Prozent ab, nach einem Minus von 4 Prozent im ersten Halbjahr. Meier Tobler leidet nicht nur unter rückläufigen Umsätzen, sondern auch unter Preisdruck und hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben. Und Im August lancierte Meier Tobler ein Massnahmenpaket, um gegen den Umsatzrückgang und den Margenverlust anzukämpfen. Überdies verliessen überdies der Finanz- und der Vertriebschef das Unternehmen.

Angesichts der vielfältigen Schwierigkeiten hatte sich Meier Tobler-Chef Martin Kaufmann im August selbstkritisch gezeigt: "Wir haben zum Teil die Probleme spät erkannt." Die Unternehmensführung habe sowohl im Vertrieb wie im Servicegeschäft die Anlaufschwierigkeiten nach dem Zusammenschluss der zwei Firmen unterschätzt. "Der Bereitschaftsgrad bei der Kundenbetreuung war ungenügend."

Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 will Meier Tobler am 21. Februar veröffentlichen.(mai/mgt/sda)