Mehr Schutz für Landwirtschaftsflächen im Thurgau

Mehr Schutz für Landwirtschaftsflächen im Thurgau

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Um das Thurgauer Kulturland vor Überbauung zu schützen, will eine Gruppe von Kantonsräten eine entsprechende Volksinitiative lancieren. Dies berichtet das St. Galler Tagblatt in seiner heutigen Ausgabe. - Die Thurgauer Vorlage dürfte weniger strikt ausfallen als die Zürcher Kulturland-Initiative, welche die Stimmberechtigten im 2012 abgesegnet haben.
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Idylle am Wasser: Stein am Rhein.

Der Schutz des Kulturlandes sei nach wie vor schwach, erklärte BDP-Kantonsrat und Landwirt Andreas Guhl gegenüber der Zeitung. Laut Guhl lässt sich eine nachhaltige Raumplanung und ein Zersiedelungsstopp mit den heutigen Instrumenten nur sehr schwer durchsetzen. Anders als beim Wald fehle beim Kulturland eine wirksame Handhabe.

Wie die Initiative im Detail aussehen soll, ist jedoch noch nicht ganz klar. Laut der Zeitung werden es sogar zwei Initiativen sein. Während die eine den Schutz von Kulturland in der Kantonsverfassung verankern soll, soll die andere die Umsetzung im Gesetz regeln.

Vergleichbar mit der von den Grünen lancierten Kulturlandinitiative, die im Kanton Zürich im 2012 angenommen wurde, dürfte sie nur bedingt sein: Während die Zürcher Initiative verlangt, dass nur noch Land überbaut werden darf, das sich nicht für eine landwirtschaftliche Nutzung eignet, soll die Thurgauer Initiative nicht so weit gehen. Das heisst, Kulturlandfläche soll gesamthaft erhalten werden, indem beispielsweise für neu bebauten Boden jeweils anderswo Ersatz geschaffen wird. Zudem soll die Initiative die Verdichtung fördern, und zwar nicht nur in den Städten sondern auch im ländlichen Raum.

Dass sich die Thurgauer Initiative – sofern sie denn zustande kommt – leichter als die Zürcher umsetzen lässt, ist absehbar: Denn nachdem im Kanton Zürich mit der Annahme der Kulturland-Initiative die Neueinzonung von Landwirtschaftsland praktisch verunmöglicht wurde, ist nämlich noch immer offen, wie sie überhaupt in der Praxis angewandt wird. Dies zum Ärger der Initianten, sie drohten bereits letzten Sommer mit einer weiteren Initiative. (mai)