Mehr Schutz für Land am Vierwaldstättersee

Mehr Schutz für Land am Vierwaldstättersee

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Noch mehr Kooperation und einheitliche Standards am Vierwaldstättersee – das fordert der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee (LSVV) von den Anreinerkantonen. Allerdings stellt er auch fest, dass Behörden und Bauherren heute sorgsamer mit der Landschaft am See umgehen, als vor 30 Jahren.

30 Jahre nach seiner Gründung sieht sich der LSVV trotz Erfolgen noch nicht am Ziel: Zum einheitlichen Schutz der Natur um den See fordert er von den fünf Anrainerkantonen und den 32 Seegemeinden, dass sie eine interkantonale Kommission für Raum- und Landschaftsentwicklung gründen. All zu oft würden Schutzüberlegungen an der Kantonsgrenze Halt machen, sagte LSSV-Geschäftsleiter Hans-Niklaus Müller an einer Medieninformation in Luzern.

Die neue Kommission soll für einheitliche Richtlinien im Seegebiet und für eine gewisse Rechtsverbindlichkeit sorgen. Der LSSV hat sein Anliegen bereits bei den Zentralschweizer Bau- und Umweltdirektoren deponiert, wie Müller sagte. Der Verband will die Landschaft und die Ortsbilder rund um den Vierwaldstättersee erhalten sowie das Gewässer selber und die Tiere und Pflanzen darin schützen.

2013: Einsprachen in 10 von 30 Fällen

2013 beschäftigte sich der Verband, der in den Kantonen Luzern und Nidwalden über das Verbandsbeschwerderecht verfügt, mit 30 Projekten. In zehn Fällen legte er Beschwerde oder Einsprache ein. Betroffen waren etwa der Teilzonenplan „Steinbruch Fallenbach“ in Brunnen SZ, der Güterweg Tellsplatte-Unteraxen in Sisikon UR , der Bootshafen Hinterberg in Alpnach OW und die Mobilfunkantenne Stutz in Horw LU. Als grössten Erfolg der vergangenen drei Jahrzehnte wertet der LSSV den Bewusstseinswandel bei Planern, Bauherren und Behörden. Diese zeigten sich heute für die Belange der Landschaft sensibilisiert, so LSVV-Präsident Reto Wehrli.

Wichtige Wanderwege initiiert

Zu den wichtigsten Projekten seiner Geschichte zählt Verband etwa die Wiederherstellung des Felsenwegs am Bürgenstock 1990 und die Schaffung des Waldstätterwegs der 120 Kilometer rund um den Vierwaldstättersee umfasst. Teilstück des Wegs ist der „Weg der Schweiz“, der zum 700-Jahr Jubiläum der Eidgenossenschaft 1991 rund um den Urnersee angelegt worden war. Massgeblich beteiligt war der LSSV auch am Bau einer Wildtierbrücke über die Autobahn A2 in Ennethorw NW. Beteiligt war er überdies am Entscheid des Luzerner Verwaltungsgerichts zum Hotel Albana in Weggis LU: Das Urteil mit Signalwirkung verhinderte ein geplantes Hotelprojekt und besagte, dass auch die Integration ins Ortsbild massgebend ist für eine Bewilligung.

Positionspapiere zu Hotels und Hochhäuser

Nach Ansicht des LSSV bleibt der Druck auf die noch offenen Landschaften am Vierwaldstättersee hoch. In jüngster Zeit gaben Projekte für den Umbau von alten Hotels und für den Bau von Hochhäusern Anlass zu Diskussionen. So erarbeitete der LSSV zwei Positionspapiere mit Anforderungen an Hotelbauten und Hochhäuser. Dabei legt der Verband sein Augenmerk etwa darauf, bei historischen Hotels aus ökonomischen Gründen nicht unbeschränkte Nebennutzungen zuzulassen.

Bei Hochhausprojekten warnt der LSSV, dass diese „kein Schlüssel zur Verdichtung“ sind. Trotz meist kleinem „Fussabdruck“ wachse bei Hochhäusern wegen vorgeschriebener Grenzabstände die Grundstückfläche mit jedem Geschoss. (sda/mai)