Mehr Platz für Bern

Mehr Platz für Bern

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Teaserbild-Quelle: vasile23/flickr
Der Bevölkerungsdruck in der Stadt Bern wächst. Verdichtetes Bauen alleine genügt nicht mehr, um diesen Trend aufzufangen. Die Stadt müsste erweitert werden. Wie dies möglich ist und wo die Probleme liegen, weiss Stadtplaner Mark Werren, der dazu der Zeitung „Der Bund“ ein Interview gab.
 
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Bern muss wachsen, um dem Bevölkerungsdruck künftig standzuhalten.
 
Über die Stadtgrenzen hinaus eines der bekanntesten Projekte, mehr Platz für mehr Menschen zu schaffen, dürfte die Berner Waldstadt sein: Die Berner Bauart Architekten wollen im Bremgartenwald ein neues eigenes Quartier hochziehen und polarisieren damit. (Mehr dazu im Artikel „Eisiger Wind im Bremgartenwald“ vom 28. Novemer 2011.) Bei dieser Vision eines Quartiers für rund 8000 Bewohner macht Stadtplaner Mark Werren allerdings Fragezeichen. Die Chancen zur Realisierung dieses Projektes seien klein. Sie müsste innerhalb des Waldgesetzes geschehen. „Die Befürworter argumentieren, dass der Standort im Wald bei der Länggasse raumplanerisch besser ist als jeder andere. Ich bezweifle, dass das Problem der Zersiedelung ein genügend starker Grund ist, um zwingend im Bremgartenwald bauen zu können.“
 
Als eine gute Möglichkeit betrachtet er eine Erweiterung im Osten der Stadt. So meint er die Frage wie die Stadt in 50 Jahren aussieht meint er, dass es in Bern-Ost ein erneuertes, intaktes Quartier geben könnte. Allerdings dürfte auch dieser Weg nicht ohne Steine sein: „Für eine Erweiterung im Osten brauchte es ein gemeinsames Vorgehen mit den Gemeinden Muri und Ostermundigen.“ Damit die Stadt vergrössert werden kann, ist laut Werren aber noch mehr nötiog: Es brauche eine Organisation und griffige Steuerinstrumente auf Kantons- und Bundesebene. Allerdings sieht er noch ein anderes Problem. „Wir haben Bauzonen, in denen nichts geschieht.“ Als Beispiel führt er Brünnen an.
 
In verdichtetem Bauen sieht er nur bedingt eine Lösung. Bern habe relativ viele Hochhäuser von über 25 Metern Höhe. Das Hochhauskonzept lasse an vielen Orten Hochäuser zu. „Ich glaube aber nicht, dass das Hochhaus die Lösung für die Verdichtung darstellt“, so Werren. Es sei ein spezieller Bautyp, der an einem bestimmten Ort richtig sein könne. Ein Hochhaus brauche eine Umgebung und Abstand. Die Verschattung müsse geklärt werden und auch die Fernwirkung müsse stimmen. (mai)
 
Das Interview finden Sie hier: www.derbund.ch