Mehr Photovoltaikanlagen in der Schweiz

Mehr Photovoltaikanlagen in der Schweiz

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Bei der Solarenergie sind Wolken aufgezogen: Während es bei den Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung im 2015 ein Rekordjahr gab, gab es bei den Solaranlagen zur Wärmeerzeugung einen deutlichen Rückgang.

Die Photovoltaik-Verkaufszahlen sind gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 337 Megawatt gestiegen, wie der Branchenverband der Solarenergiebranche, Swissolar, in einem Communiqué bekanntgibt. Das entspreche einer Fläche von 322 Fussballfeldern oder 2,3 Millionen Quadratmetern, was einen neuen Rekord für die Schweiz bedeute.

Die gesamthaft installierte Leistung lag zum Ende des vergangenen Jahres bei fast 1400 Megawatt. 2016 werde Solarenergie nach der Wasserkraft zur zweitwichtigsten erneuerbaren Stromquelle der Schweiz, teilt Swissolar mit. Auch weil das Jahr 2015 das drittsonnigste seit 1981 war, konnte gemäss früheren Angaben rund zwei Prozent des Strombedarfs mit Solarenergie abgedeckt werden.

Lange Warteliste

Die Anzahl installierter Photovoltaikanlagen stieg von zirka 8800 im Vorjahr auf etwa 10'500. Wie schon im Vorjahr sank die durchschnittliche Anlagengrösse; sie lag bei 34 Kilowatt. Dies widerspiegle die Veränderungen bei den politischen Rahmenbedingungen: Mit der Einmalvergütung stehe für kleinere Anlagen eine rasch verfügbare Förderung bereit.

Dagegen hätten Grossanlagen angesichts der noch laufenden Beratungen zur Energiestrategie in den eidgenössischen Räten zurzeit wenige Aussichten auf eine Vergütung im Rahmen der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV), schreibt der Verband. Derzeit gäbe es eine Warteliste von 37'000 Gesuchen, sagt Swissolar-Geschäftsführer David Stickelberger auf Anfrage.

Im vergangenen Jahr seien etwa 6700 thermische Solaranlagen erstellt worden gegenüber fast 9000 im Jahr 2014. Die zusätzliche Fläche liege bei 98'000 Quadratmetern, was einem Marktrückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Thermische Solaranlagen können zum Beispiel für die Erwärmung des Brauchwarmwassers oder zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden.

Ein Grund für den Rückgang seien die billigen Heizöl- und Gaspreise. Deshalb werde weniger in thermische Solaranlagen investiert, sagt Stickelberger. Ein weiterer Grund sei, dass bei neuen Einfamilienhäusern immer mehr Wärmepumpen eingebaut würden. Zu diesen seien Photovoltaikanlagen eine sinnvolle Ergänzung. Das gehe zu Lasten der thermischen Solaranlagen.

Anreize gefordert

Für die Anwendung der Solarenergie in Gebäuden liege die Hauptverantwortung bei den Kantonen. Swissolar-Geschäftsführer David Stickelberger sagt dazu: "Es braucht jetzt endlich Vorschriften und Anreize für Hauseigentümer. Der blosse Appell an die Freiwilligkeit genügt offensichtlich nicht, um etwas zu bewegen."

Völlig kontraproduktiv seien die Absichten in den Kantonen Zürich und Zug, die Förderung für thermische Solaranlagen und weitere Massnahmen im Energiebereich aus Spargründen zu streichen, erklärt Stickelberger. "Angesichts dieser unklaren politischen Rahmenbedingungen ist im laufenden Jahr mit einem Marktrückgang zu rechnen." (sda)