Mehr Lichtemissionen in den Alpen

Mehr Lichtemissionen in den Alpen

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Auch die Alpen werden nicht von Lichtemissionen verschont. So sind immer mehr Skipisten für Nachtfahrten beleuchtet oder Berge bei Dunkelheit mit Lichtkunst angestrahlt. Die Lichtemissionen in den Bergen nehmen laut der Umweltorganisation Dark-Sky Switzerland "besorgniserregend" zu.
 
Nächtliche, wolkenfreie Satellitenaufnahmen der Nasa, gesammelt im April (neun Nächte) 2012 und im Oktober (13 Nächte) des selben Jahres, entlarvten die grössten Lichtverschmutzer in der Schweiz, ist in der Medienmitteilung von Dark-Sky zu lesen. Mitten im Walliser Rhonetal sei es gleich hell wie in Lausanne, Genf oder Zürich Nord. Der "Hotspot" Martigny liege zwar mitten im Gebirge und habe 16'000 Einwohner, an seinem hellsten Punkt übertreffe er aber sogar die hellsten in der Stadt Basel. Die Hauptursache ortet die Organisation im kombinierten Stade d'Octodure. Ein weiteres Problem sieht sie in Baustellen in den Bergen und führt als Beispiel die Axpo an, die seit drei Jahren am Druckstaollen und der Staumauer des Muttsees baut.
 
Nachdem der Schweizer Alpenclub (SAC) dieses Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiern will, indem 25 Berghütten jeweils für eine Nacht von einem Lichtkünstler inszeniert werden, befürchtet die Organsation dass solche Aktionen weitere Organisatoren inspiriert. Nicht alle würden sich voraussichtlich gegenüber der Umwelt so rücksichtsvoll verhalten wie der SAC, der auch den Transport der gesamten Ausrüstung ohne Helikopter eingefordert habe. "Wir sprechen uns gegen solche Aktionen aus", erklärte Dark-Sky-Sprecher Lukas Schuler gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Inszeniertes Licht müsse generell die Ausnahme bleiben.

Lichtbelastung um 70 Prozent gestiegen

Dass in der Schweiz die nächtliche Lichtbelastung in den letzten zwanzig Jahren stark zunahm ist nichts neues. Wie aus dem im Februar publizierten Postulatsbericht "Auswirkungen von künstlichem Licht auf die Artenvielfalt und den Menschen" des Bundesamts für Umwelt (Bafu) hervorgeht, hat die Lichtverschmutzung um 70 Prozent zugenommen. Laut Bafu kann künstliches Licht die Lebensräume nachtaktiver Tiere erheblich stören: Zugvögel verlieren die Orientierung, Insekten verbrennen an Lampen und Fledermäuse werden aus ihren Tagesquartieren verdrängt. Zudem erschwere könne nächtliche Beleuchtung des Menschen Schlaf stören.
 
Besonders empfindlich seien Gebiete mit Schutzstatus, etwa Biotope von nationaler Bedeutung oder Wasser- und Zugvogelreservate. Solche Schutzgebiete befänden sich häufig in Bergregionen, sagt Schuler. Bei diesen sensiblen Regionen, die noch annähernd natürliche Dunkelheit kennen, sei das Schutzbedürfnis besonders ausgeprägt. -  Das Bafu schlägt in seinem unter anderem vor, per Gesetz für weniger Lichtemissionen zu sorgen. Zudem möchte soll in diesem Zusammenhang auch die Forschung gestärkt werden.
 
Auf die Probleme der Lichtverschmutzung macht die International Dark Sky Association dieser Tage mit einer Aktionswoche aufmerksam. (mai/mgt/sda)
 
Inernetipps zum Thema "Lichtemisionen" gibt es hier: www.baublatt.ch/stadtlicht