Mehr Kiesgruben und Aushubdeponien im Berner Mittelland

Mehr Kiesgruben und Aushubdeponien im Berner Mittelland

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Auch in der Region Bern-Mittelland braucht es mehr Raum für Kiesgruben und Aushubdeponien. Deshalb stellt die Regionalkonferenz (RKBM) stellt 23 Standorte zur Diskussion. Der Richtplan geht bis Ende Mai in die öffentliche Mitwirkung.

Zweieinhalb Jahre dauerten die Arbeiten an dem Richtplan, der auf Geheiss des Kantons erstellt wurde. Mittels kantonalem Sachplan wurden die Regionen verpflichtet, in ihrem Gebiet genügend Kapazitäten für den Kiesabbau und für die Lagerung von unverschmutztem Aushubmaterial zu schaffen. Derzeit gibt es gut zwanzig Standorte in der Region Bern, wie Vertreter der RKBM- Fachkommission Raumplanung vor den Medien erklärten. Das sind gemäss ihren Berechnungen viel zu wenige.  So braucht es während  der kommenden 35 Jahre etwa gut 31 Millionen Kubikmeter Kies. Die bestehenden Standorte geben aber nur 22 Millionen Kubikmeter her. Eine Deckungslücke besteht auch beim Aushubmaterial und bei den Inertstoffen.

Dass jede Region den eigenen Bedarf deckt, macht auch umweltpolitisch Sinn - so lassen sich viele lange Lastwagenfahrten vermeiden. Die Unternehmen der Branche wurden deshalb eingeladen, Vorschläge für zusätzliche Kiesgruben und Deponien einzureichen. Die Fachkommission Raumplanung nahm die dreissig Vorschläge unter die Lupe. Zu den Kriterien gehörten eine konfliktarme Erschliessung, eine möglichst effiziente Bodennutzung, die hydrogeologische Eignung und rechtliche Aspekte. Schliesslich wurden zehn Standorte festgelegt und 13 weitere als längerfristige Reserven aufgenommen. Sieben Standorte wurden verworfen, etwa wegen mangelhafter Bodennutzung oder schädlichem Einfluss auf die Umwelt.

Maximal 23 Standorte stehen nun zur Diskussion. Etwa zur Hälfte handelt es sich um Erweiterungen bestehender Deponien. Dazu kommen neue Standorte, die auf der grünen Wiese geplant sind und demnach zu einer Neugestaltung der Landschaft führen werden. Jos Aeschbacher, Leiter Fachbereich Raumplanung RKBM, nannte einige Beispiele. Als neue Standorte zur Diskussion stehen etwa das Obermoos auf dem Boden von Münchenbuchsee, Deisswil und Rapperswil, der Grossacher in Wileroltigen/ Ferenbalm und das Gebiet Louelen in Köniz.

Dass nicht alle Standorte begeistert aufgenommen werden dürften, ist den Planern klar. Das zeigte auch ein Fall in einem anderen Kantonsteil: In Thierachern bei Thun lehnte die Gemeindeversammlung eine Aushubdeponie ab. Der Richtplan schaffe nur die planerischen Grundlagen, betonte Fachkommissionspräsident Jörg Zumstein. Das letzte Wort hätten in jedem Fall die betroffenen Gemeinden, die sich - voraussichtlich ab 2017 - mit den kommunalen Nutzungsplanungen beschäftigen müssten. Im Fall Thierachern setzte sich schliesslich der Kanton über den ablehnenden Entscheid der Gemeinde hinweg - mit dem Argument, in der Region Thun herrsche ein Deponienotstand. "Ich erwarte, dass der Kanton bei uns ausserordentlich zurückhaltend vorgeht", sagte Zumstein. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland lege eine ausgewogene Planung vor. Selbst wenn einer der Standorte sich nicht realisieren lasse, sei die Versorgung immer noch sichergestellt. Es gehe also nicht um einen Notstand.

Der Regionale Richtplan geht nun in die öffentliche Mitwirkung. Damit liegt der Ball liegt bei den Gemeinden Nach der Bereinigung des Papiers ist die Genehmigung der Regionalversammlung im Jahr 2016 vorgesehen. (sda/mai)