Mehr als Wellengeplätscher am Schwendisee

Mehr als Wellengeplätscher am Schwendisee

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Schwizer/Pixelio.de
Der Kanton St. Gallen hat sich einen ausgefallenen Weg für den Bau des Klanghauses am Toggenburger Schwendisee einfallen lassen: Anstatt eines Wettbewerbs schrieb er eine Thesenkonkurrenz aus. Sieger wurden die Architekten Marcel Meili und Markus Peter aus Zürich.
 
Schwizer/Pixelio.de
Quelle: 
Schwizer/Pixelio.de
Idyllische Umgebung für das Klanghaus: der Schwendisee.
 
Eigentlich wollte die St. Galler Regierung den Klanghaus-Auftrag direkt an Peter Zumthor vergeben. Doch das sorgte für Ärger. Verbände sowie vier Architekten reichten Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen ein und erhielten Recht. In der Folge schrieb der Kanton die Thesenkonkurrenz aus. Aus rund 90 Bewerbern wählte die St. Galler Regierung sechs Büros aus und lud diese zu einer Thesenkonkurrenz ein: Neben den beiden Zürchern waren die Basler Miller & Maranta Architekten mit von der Partie sowie Caruso St. Architects aus London, Steven Holl Architects aus New York, Snohetta aus Oslo und die Pritzkerpreisträger Sanaa aus Tokio.
 
Die grosse Einfühlung in die Aufgabe belege die Neugier und das Interesse der Architekten ebenso wie ihre Kenntnis vom geografischen und vom kulturellen Ort, heisst es in der Mitteilung des Kantons zur Wahl von Meili und Peter. Die Erkenntnisse, die im Verlauf der Entwicklungsarbeit zusammengetragen worden seien, seien präzise, mitunter höchst überraschend. Meili und Peter hätten sich ausführlich mit verschiedenen Formen der Volksmusik beschäftigt, heisst es weiter. Dabei seien sie zu Einsichten gelangt, deren Originalität und Tiefe von der Kraft dieser ethnologischen Erfahrung in einer ihnen kaum bekannten Welt zeugten. Das Objekt, das bereits präzise vor Ort situiert werde, beziehe seine Form aus akustischen Überlegungen. Nun geht es darum, das Vorprojekt zu entwickeln. Bis 2012 soll das Projekt mit einer Kostenschätzung erarbeitet werden. Früher war von Kosten von rund 25 Millionen Franken die Rede. Läuft alles nach Wunsch, entscheiden die St. Galler Stimmberechtigten im Frühling 2013 über das Projekt.
 
Peter Zumthor hat sich ganz vom Projekt zurückgezogen. Seine Ideen liessen sich nicht für „eine Wettbewerbsform ummodellieren“, hiess damals im Regionaljournals Ostschweiz von Radio DRS. „Zumthor-Projekte sind Autorenarbeiten und normalerweise nicht in Wettbewerben erhältlich“, zitierte ihn das St. Galler Tagblatts. (mai/sda)
 

47.187344, 9.331223