Maulwürfe sind auch kleine Archäologen

Maulwürfe sind auch kleine Archäologen

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Für Gärtner und Bauern sind Maulwürfe eine Plage. Für Archäologen können sie ein Segen sein: Ruinen in besonders empfindlichem Grund lassen sich besser freilegen, wenn die kleinen Kerlchen vorher den Boden sondieren. So geschehen in Dänemark und England.

Im dänischen Viborg sind putzige Archäologen unterwegs: Mit Hilfe von Maulwürfen werden die Überreste einer mittelalterliche Festung ausgegraben. Das heisst, bevor die Menschen mit Schaufel und Bagger den Boden umgraben und so möglicherweise wertvolle Ruinen beschädigen, sondieren die kleinen Tiere den Grund, indem sie dort ihre Gänge graben. Finden sich in den dabei entstehenden Maulwurfshügeln Scherben und andere Zeugnisse einer Siedlung, nehmen die Archäologen an, dass darunter die Ruinen eines Bauwerks liegen und können dann mit ihrer Arbeit beginnen.

 Neu ist diese Methode allerdings nicht. Bereits vor drei Jahren setzten britische Wissenschaftler auf die Unterstützung der samtigen Kerlchen, und zwar beim Freilegen einer römischen Festung aus dem zweiten Jahrhundert bei Alston im Nordwesten Englands. Der Grund: Das Fort, dessen Mauern sich unter dem Boden abzeichnen, steht unter Denkmalschutz und deswegen durften in seiner Nähe keine archäologischen Grabungsarbeiten vorgenommen werden. Die Maulwurfmethode machte es aber möglich. Denn dank der kleinen Säugetiere und rund 500 freiwilligen Helfern, welche die Maulwurfshügel unter die Lupe nahmen,  konnte eine der laut bbc.com „am besten erhaltenen“ Anlagen dieser Art ausgegraben werden. Zudem beförderten die kleinen Grabungtechniker kleine Schätze ans Tageslicht, etwa einen bronzenen Delphin, Glasfragmente und eine Metallperle. (mai)