„Maggie’s“ in Leeds: Oase aus Blumentöpfen

„Maggie’s“ in Leeds: Oase aus Blumentöpfen

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Teaserbild-Quelle: zvg

Gute Architektur kann schwere Lebenssituationen erträglicher machen. Diese Idee steckt hinter den britischen „Maggie’s“-Krebszentren: Beim Bau wurde und wird jeweils viel Wert die Architektur gelegt. Darum ist die Runde der Hausarchitekten der Stiftung relativ glamourös. Nun ist ein neuer hinzugekommen. Der Brite Thomas Heatherwick hat eine grüne Oase für das künftige „Maggie’s“ in Leeds entworfen.

Eine architektonisch angenehme Umgebung kann zur Genesung oder zumindest viel zum Wohlbefinden beitragen. Und sie kann Kranken ein würdiges Umfeld bieten, wenn es darum geht, eine schwere Diagnose zu verarbeiten. Dies ist die Philosophie der britischen Krebshilfe-Organisation „Maggie’s“.  Zweck der Stiftung ist der Bau und Betrieb von Krebshilfezentren, in denen Patienten und ihre Angehörigen kostenlos psychologische und praktische Unterstützung erhalten. Diese Anlaufstellen befinden sich jeweils in der Nähe von auf Krebs spezialisierten Kliniken.

Gegründet worden ist die Organisation vor rund 20 Jahren von Margaret Keswick Jencks und ihrem Gatten, dem Architekturkritiker Charles Jencks. Den Ausschlag hatte eine schwere und schliesslich tödliche Erkrankung gegeben: 1993 war bei Keswick Jencks der Brustkrebs wieder ausgebrochen. Er hatte sich so stark ausgebreitet, dass ihr nur noch eineinhalb Jahre blieben. Während dieser Zeit entstand die Stiftung.

Mittlerweile verfügt die Stiftung über 17 Zentren. Neun weitere sind in Planung. Eine davon ist jenes in Leeds in der Grafschaft Yorkshire. Wie bei den übrigen Zentren hat auch hier die Architektur einen hohen Stellenwert: Der geplante Neubau stammt aus der Feder von Thomas Heatherwick. Er schlägt einen verspielten und verwinkelten Gebäudekomplex mit einer üppigen Begrünung und unterschiedlich hohen Bauten vor. Damit kam Heatherwick den Anforderungen nach, dass das Zentrum eine ungezwungene Atmosphäre verströmen und sich seine Besucher dort zuhause fühlen sollen. In der Nähe des „riesigen Apparats“ der Krebsklinik von Leeds wollte Heatherwick  „die positive und therapeuthische Erfahrung von Pflanzen“ ermöglichen. Dies sollte mit einem Gebäude geschehen, das eher wie ein Garten denn wie ein Bauwerk angelegt ist. Die Inspiration dazu fanden Heatherwick und sein Team in Blumentöpfen: So erinnern die einzelnen Häuser mit ihren begrünten Dächern an zufällig beinander stehende Blumentöpfe auf einer Wiese. Denn zwischen ihnen laden weitere kleine Gärten und Höfe zum Verweilen unter blühenden Bäumen und Büschen ein.  – Das Projekt ist dieser Tage vorgestellt worden. Die Bauarbeiten dürften demnächst starten.  2017 soll das Zentrum von Leeds  in Betrieb gehen.

Mit seinem Entwurf reiht sich Thomas Heatherwick in eine illustre Runde ein: Frank Ghery, Zaha Hadid, Rem Koolhaas und das Büro Snohetta haben schon für  „Maggie’s“ entworfen. Zudem befindet sich zurzeit  eines Zentrum in London von Steven Holl im Bau. (mai)