Luzerner Architekturstudenten auf Archäologen-Pfaden

Luzerner Architekturstudenten auf Archäologen-Pfaden

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Teaserbild-Quelle: F. Flückiger / zvg

Der Kanton Uri verfügt seit Kurzem über ein umfassendes Inventar alpiner Wüstungen. Das sind Mauerreste früherer Alphütten, Ställe und Speicher. Beim Aufspüren der Fragmente haben Architekturstudenten der Hochschule Luzern mitgeholfen.

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F. Flückiger / zvg
Architekturstudenten spüren alpine Siedlungsreste auf.

Rund 700 solcher Überbleibsel hat Marion Sauter im Kanton Uri dokumentiert. Für das vor sieben Jahren gestartete Projekt griff die Dozentin für Architekturgeschichte an der Hochschule Luzern und Urner Denkmal-Inventarisatorin auf die freiwillige Hilfe von 28 Architekturstudenten der Hochschule Luzern (HSLU) zurück. Sie halfen massgeblich mit, die Ruinen zu finden. Bei ihrer Arbeit konnten die angehenden Architekten Elemente ihrer Ausbildung einbauen. Dies geschah, indem sie beispielsweise klärten, welche Lage für eine Alphütte ideal ist, wo sich das Gelände für eine Wegführung eignet oder an welchem Platz Schutzhütten gebraucht werden könnten. „Für uns künftige Architekten war die Mitarbeit auch deshalb bereichernd, weil wir den alpinen Raum als Siedlungsgebiet kennenlernten“, erklärt dazu Tobias Künzle, ehemaliger Student, gegenüber dem Magazin der HSLU.  – Neben dem Studenten beteiligten sich Wissenschafter von der Universitäten Basel, Zürich und Innsbruck sowie der HSLU und Fachleute kantonaler Archäologiefachstellen.

Die Feldforschung startete im ganzen Kanton Uri und fokussierte sich schliesslich auf die Gemeinde Attinghausen. Dort – oder vielmehr auf dem Geissrüggen –konnten im 2013 die Überreste eines 2500 Jahre alten Gebäudes ausgegraben werden. Der Fund ist relativ bedeutend, weil es sich dabei um den ersten bekannten prähistorischen Bau im innerschweizerischen Alpenraum handelt. Daneben liess sich der Strukturwandel in der Alpwirtschaft und der ehemalige Verlauf des Surenenpasswegs archäologisch verfolgen. 

Nun ist der Abschlussbericht der Wüstungsforschung in Form eines Buches erschienen: „Surenenpass. Archäologie und Geschichte in Attinghausen“ präsentiert die Ergebnisse in mehreren Aufsätzen und zahlreichen Bildern. Dazu gehören auch Laborberichte, etwa eine Untersuchung von Pollen aus Bodenproben, mit der die Vegetationsentwicklung rekonstruiert wurde.  (mai/mgt)

„Surenenpass. Archäologie und Geschichte in Attinghausen“, Hrsg. Marion Sauter,  208 Seiten, 220 Abbildungen, Preis 85 Franken. Erhältlich bei www.librum-publishers.com