Luzern will sich entwickeln

Luzern will sich entwickeln

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Teaserbild-Quelle: Urs Rüttimann

Luzern will sich als Hauptort der Zentralschweiz etablieren. Dazu hat der Stadtrat vier Handlungsfelder eruiert, auf die in den nächsten Jahren der Fokus gelegt werden soll: Verkehr, Wohnen, Wirtschaft und Finanzen.

Bis 2035 soll Luzern der Hauptort der Zentralschweiz sein und sich als führende Tourismusstadt der Schweiz positionieren. Mit privaten Unternehmen und der Zivilgesellschaft wollen die Behörden den Kern der Stadt zum „prosperierenden Zentrum der Stadtregion“ entwickeln. Neue Verkehrsanlagen sollen das Zentrum vom Verkehr entlasten, öffentliche Räume Begegnungen zwischen Einheimischen und Gästen schaffen. Ausserdem will man, dass das Zentrum „auf Basis einer ausgewogenen Ressourcenpolitik Impulse zur nachhaltigen Entwicklung der ganzen Stadtregion gibt“. Davon sollen die Quartiere sowie die Entwicklung des neuen Stadtzentrums Luzern Nord profitieren. Soweit das Ziel der Vision „Luzern – Aufbruch aus der Mitte“. Um das zu erreichen, muss aber noch viel getan werden. Der Stadtrat hat nun mitgeteilt, worauf der Fokus in den nächsten Jahren gelegt werden soll.

Mobilitätsinfrastruktur gezielt ausbauen

In Luzern stehen in den kommenden Jahren keine neuen Verkehrsflächen zur Verfügung, weil die Verhältnisse beengt sind. Deshalb sollen mittelfristig zusätzliche Mobilitätskapazitäten bereitgestellt werden – und zwar auf den bestehenden Verkehrsflächen, wie es in der Mitteilung heisst. Geplant sind flächen- und energieeffiziente Verkehrsarten. Langfristig soll die Mobilitätsinfrastruktur gezielt ausgebaut werden; dies mit den Schlüsselmassnahmen Durchgangstiefbahnhof sowie Gesamtsystem Bypas/Spangen Nord und Süd. Ziel des Stadtrats ist es, bis 2020 die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Verkehrsunfälle mit Verletzten auf weniger als 150 pro 50 000 Einwohner zu reduzieren.

600 gemeinnützige Wohnungen

Wie praktisch überall in der Schweiz scheint auch in Luzern keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht zu sein. Wie es in der Mitteilung des Stadtrats heisst, sind in den letzten Jahren viele Wohnanlagen deutlich teurer geworden, und günstige Wohnungen verschwinden laufend. Deshalb soll für alle Bevölkerungsgruppen ein vielfältiges Wohnungsangebot bereitgestellt werden. Insbesondere im Bereich des preisgünstigen Wohnens ortet der Stadtrat Handlungsbedarf. Darum hat er sich zum Ziel gesteckt, dass bis Ende 2020 mindestens 600 neue gemeinnützige Wohnungen realisiert oder im Bau sind.

Mehr Dienstleistungs- und Arbeitsflächen

In Luzern fehlt es an mittleren und grossen zusammenhängenden Dienstleistungsflächen. In den letzten Jahren sei dies ein ausgesprochenes Hindernis bei der Ansiedlung neuer Betriebe gewesen, schreibt der Stadtrat. Deshalb steht in den kommenden Jahren die Ansiedlung von Firmen im Vordergrund. Dafür will man das Projekt „Rösslimatte“ vorantreiben. Bis 2018 soll damit eine zusätzliche Bruttogeschossfläche von rund 15 000 bis 20 000 Quadratmetern an zentralster Lage bereitgestellt werden.

Ausgeglichener Finanzhaushalt

Die städtischen Finanzen sehen derzeit nicht sehr rosig aus. Die Stadt schreibt von der schwierigen Entwicklung, die ihre Handlungsmöglichkeiten beeinträchtige. Deshalb erachtet der Stadtrat es als zwingend notwendig, ab 2016 ein Projekt zur Haushaltskonsolidierung aufzugleisen. Bis 2020 soll so ein ausgeglichener Finanzhaushalt möglich sein, in dem das Ausgabenwachstum nicht höher ist als das Einnahmenwachstum. (mt)

Quelle: 
Urs Rüttimann
Luzern