Luftblasen statt Bagger gegen die Versandung

Luftblasen statt Bagger gegen die Versandung

Gefäss: 

Damit die Fahrrinne für Lastschiffe nicht versandet, muss der Rhein regelmässig aus­gebaggert werden. Mit einem Vorhang aus Luft­blasen liessen sich derlei teure und aufwendige ­Arbeiten ersetzen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der ETH Lausanne (EPFL), der Universität Delft und der chinesischen Wissenschafts­akademie in einer Studie.

Die Versandung wird von sogenannten sekundären Strömungen in den Biegungen eines Flusses vorangetrieben, welche die Sedimente vom anderen Flussufer hinübertreiben, schliesslich Sandbänke bildet. Laut den Wissenschaftler könnte ein ­im Flussbett ausgelöster Blasenvorhang solche Prozesse verhindern: Dazu muss ein mit Löchern versehenes Stahlrohr in einer Flussbiegung auf dem Grund beim äusseren Ufer platziert werden. Dann wird in das Rohr Druckluft gepumpt. Während in einem stehenden Gewässer die Luftblasen eine flache, kreisförmige Wasserbewegung erzeugen, formt eine Flussströmung daraus eine Spirale entlang der Flussbiegung. Die Forscher nehmen an, dass bei langsam fliessenden Gewässern wie dem Rheineine solche Spiralströmung ausreicht, um die Ablagerung von Sedimenten zu verhindern.

Ganz neu ist diese Idee aber nicht. Vorhänge aus Luftblasen werden schon länger für verschiedene Zwecke eingesetzt: Zum Beispiel lassen sich ­damit nicht nur Aquarien sondern auch überdüngte ­und deshalb sauerstoffarme Gewässer belüften. Daneben können Blasenvorhänge auch dafür ­sorgen, dass kein Salzwasser in Häfen eindringt. – Die Forscher betonen, dass ihre Studie die erste ist, welche Luftblasen­vorhänge zum  Offenhalten von Flüssen und ­Kanälen behandelt. (mai/sda)