Lotuspflanzen als "sauberes" Vorbild

Lotuspflanzen als "sauberes" Vorbild

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Die Blätter der Lotuspflanze könnten helfen, Graffiti auf Hauswänden zu verunmöglichen. Wie das geht, wissen Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Das Phänomen ist bekannt: An Lotusblättern perlt Wasser ab. Die Ursache liegt in ihrer besonderen Oberflächenstruktur, welche die ­Haftung von Schmutzpartikeln minimiert. Indem man raue Oberflächen mit besonderen chemischen Eigenschaften kombiniert, wird dieser ­sogenannte Lotuseffekt seit einiger Zeit auch technisch nutzbar gemacht. Bisher hat diese Technologie allerding einen Makel: Sie funktioniert nicht für Öle. Das dürfte sich in absehbarer Zeit ändern.

Zurzeit arbeiten Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) an der Entwicklung des Werkstoffs Fluoropor. Dabei handelt es sich um eine neue Klasse sogenannter hochfluorierter, superabweisender Polymere, an denen auch Öle nicht haften bleiben. «Ölabweisende Oberflächen müssen chemisch anders aufgebaut sein, hierfür braucht es Fluorpolymere», erklärt Bastian Rapp vom Institut Mikrostrukturtechnik des KIT. Fluorpolymere sind Hochleistungskunststoffe, die sehr hitzebeständig und chemisch äusserst stabil sind. Rapp und seine Kollegen haben nun deren chemische ­Eigenschaften mit der Oberflächenstruktur einer Lotuspflanze kombiniert und so eine ölabweisende Oberfläche geschaffen. Im Labor hat ihre Kreation bereits funktioniert. Nun muss sie nur noch so weiter entwickelt werden, dass sie sich auch in der Praxis bewährt.

Die Technologie lässt ­  sich laut den Wissenschaftlern auf nahezu allen Oberflächen anbringen. Fassadenanstriche, auf denen kein einziges Graffiti haften bleibt, oder Schuhe, die auch nach einem Tag im Matsch sauber sind, wären so möglich. (mai)