London: Himmlischer Schwimmen im „Sky Pool“

London: Himmlischer Schwimmen im „Sky Pool“

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: PD

Wer in einen der beiden Wohntürme der Londoner Embassy Gardens einzieht, kann seine Morgenrunde in einem durchsichtigen Pool drehen, der volle Sicht auf das Verkehrsgetümmel 35 Meter weiter unten bietet. Denn der sogenannte Sky Pool besteht lediglich aus Plexiglas und verbindet die zwei zehnstöckigen Bauten.  

Einst war das Gebiet um die Battersea Power Station eher heruntergekommen. Seit einigen Jahren mausert sich das Quartier „Nine Elms“ aber zum Stadtteil für Gutverdienende. Und während die still gelegte Battersea Power Station zur Wohnüberbauung mit Glamourfaktor umfunktioniert wird – schliesslich avancierte sie als Sujet des Pink-Floyd-Albums „Animals“ zu einer Ikone –, wird auch in der Nachbarschaft fleissig gebaut.

Die „Embassy Gardens“ sind eines dieser Projekte, die derzeit im Entstehen sind. Spektakulär sind die beiden Luxuswohntürme aus der Feder des Londoner Büros HAL eigentlich nicht, wäre da nicht die aussergewöhnliche Passerelle, die sie miteinander verbindet: Diese besteht aus 20 Zentimeter dickem Acrylglas  und ist mit Wasser gefüllt; die Tragkonstruktion des  25 Meter langen und drei Meter tiefen Schwimmbeckens ist kaum sichtbar. Damit erinnert der  Pool an ein Aquarium: Passanten haben von der Strasse aus volle Sicht ins Bassin und die Badenden haben können in einer Höhe von 35 Metern nicht nur die Wahrzeichen der Themsestadt bewundern, sondern auch auf das Verkehrsgetümmel unter ihnen blicken.

Der Bau des Schwimmbeckens ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Wie die BBC vor Kurzem berichtete, stehen die beiden Türme auf separaten Fundamenten und bewegen sich deshalb bei Wind unterschiedlich.  Zwischen den zwei Bauwerken eine so fragile Konstruktion wie ein Pool zu spannen, sei darum sehr schwierig, erklärte Brian Eckersley vom Ingenieurbüro Eckersley O’Callaghan, das den Bau der extravaganten Querung betreut, gegenüber dem Fernsehsender. Man habe einerseits beide Seiten, die aus einander driften könnten und andererseits das Gewicht des Wassers. „Indem wir Acryl statt Glas verwenden, können wir eine Struktur schaffen, die einen ähnlichen  Brechungsindex wie Wasser aufweist.  Es entstehen keine so grossen Spannungen zwischen Wasser und Konstruktion wie bei Glas.“

Laut der Bauherrin, der irischen Ballymore Group, handelt es sich bei dem ausgefallenen Schwimmbecken um das weltweit erste dieser Art. Voraussichtlich ab 2017 sollen die ersten Bewohner darin planschen können. (mai)