Lombardei verspricht Tessin Fortführung der Bauarbeiten

Lombardei verspricht Tessin Fortführung der Bauarbeiten

Gefäss: 
Die Bauarbeiten am italienischen Teilstück der neuen Linie Mendrisio-Varese werden bald wieder aufgenommen. Dies hat Roberto Maroni, Präsident der Region Lombardei, dem Tessin heute Mittwoch versprochen. Die italienische Bahngesellschaft IRF habe ihm entsprechende Zusicherungen gemacht, sagte er in Bellinzona an einer Medienkonferenz.
 
Seit Freitag ist es auf der Baustelle der neuen Bahnstrecke italienischer Seite still. Das zuständige Bauunternehmen, die ICS Grandi Lavori Claudio Salini, hat die Arbeiten komplett eingestellt. (Mehr dazu im Artikel Weitere Verzögerungen bei der Bahnstrecke Mendrisio-Varese vom 16.9.2013)
 
„Die Tatsache, dass sich das Aushubmaterial unerwartet als Sondermüll erwies, hat die gesamten Arbeiten verzögert und verteuert“, erklärte Maroni vor den Medien. Zudem wies er darauf hin, dass die technischen Probleme, vor allem die Entsorgung des mit natürlichem Arsen belasteten Aushubmaterials, noch gelöst werden müssen. Entsprechende Gespräche seien im Gang. Die Linie solle rechtzeitig zur Expo 2015 in Mailand fertig gestellt sein. Maroni betonte die strategische Bedeutung der Verbindung für Norditalien. – Maroni war heute Mittwoch zu Gesprächen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Tessiner Regierung in Bellinzona. Im Mittelpunkt standen die Probleme auf der italienischen Bahn-Baustelle. 

Lohndumping im Tessin

Auch das Thema Grenzgänger wurde bei dem Treffen angesprochen. Der Tessiner Staatsrat konfrontierte Maroni mit der Sorge, dass die steigende Zahl der italienischen Arbeiter negative Auswirkung auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Vor allem Lohndumping sei das Problem. Seitens der Lombardei wurde versprochen, das Thema zu vertiefen. „Wir wollen unsere sozialen Probleme nicht auf das Tessin abwälzen“, sagte Maroni. Ihm sei bewusst, dass die steigende Arbeitslosigkeit in Italien zu einem stärkeren Druck auch auf die Südschweiz führe. Konkrete Lösungen wurden auch nicht genannt. Diese müssten nun erarbeitet werden. - Die Regierungen planen, sich in den kommenden Monaten regelmässig zu treffen. Weitere Themen sind der wachsende Grenzgängerverkehr, die kriselnde Schifffahrt auf dem Lago Maggiore und die Sicherheit im Grenzgebiet. (mai/sda)