Ljubljanas „Kathedrale der Freiheit“, gebaut aus Pixeln und Zahlen

Ljubljanas „Kathedrale der Freiheit“, gebaut aus Pixeln und Zahlen

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Sie ist nie gebaut worden: Ljubljanas „Kathedrale der Freiheit“ aus der Feder von Jože Plečnik. Immerhin zeigt die slowenische 10-Cent-Münze das unrealisierte Parlamentsgebäude. Und nun seit kurzem eine Animation.  

Er dürfte wie nur wenige Architekten Ljubljana, das damals noch Laibach hiess, geprägt haben: Jože Plečnik (1872-1957). Die National- und Universitätsbibliothek stammt aus der Feder des Architekten, ebenso gestaltete er die Strassenbeleuchtung der heute slowenischen Hauptstadt. Aber auch die Uferbebauung der Ljubljanica und die Drei Brücken im Stadtzentrum tragen seine Handschrift. Doch sein grösstes Werk für Ljubljana, die sogenannte Kathedrale der Freiheit, ist nie realisiert worden, sie existiert heute lediglich auf der Rückseite der slowenischen Zehn-Cent-Münze. Das Parlamantsgebebäude hätte ab 1947 umgesetzt und in die Burg von Ljubljana integriert werden sollen. Wie das Gebäude mit dem pyramidenförmigen Dach ausgesehen hätte zeigt eine Animation von Youtube-User Kristijan Tavcar.  

Ursprünglich hätte Plečnik Spuren seines Vaters wandeln und ebenfalls Schreiner werden. Allerdings erhielt er nach nur einem Jahr im väterlichen Betrieb ein Stipendium für eine Möbelschreiner-Ausbildung an der Gewerbeschule in Graz von wo er schliesslich nach Wien wechselte. Dort landete er an der Akademie der bildenden Künste, wo er Otto Wagners Schüler wurde und sich der Architektur zuwandte. So zeugen auch zahlreiche Bauten in Wien von seinem Schaffen, oft elegante Bauten im Jugendstil. Zudem war er auch für die Umgestaltung der Prager Burg betraut worden, unter anderem für die vom Staatspräsidenten genutzten Räume. (mai)