Linthgebiet für Jahrhundert-Hochwasser gewappnet

Linthgebiet für Jahrhundert-Hochwasser gewappnet

Gefäss: 
Im Linthgebiet ist der Hochwasserschutz im Linthgebiet während der vergangenen viereinhalb Jahre umfassend erneuert worden. Parallel dazu wurden am Linth- und am Escherkanal Lebensräume für Fische und Amphibien geschaffen. Das Projekt kostete 126 Millionen Franken.
 
 
St. Galler Baudirektor und Präsident der Linthkommission Willi Haag, zieht eine positive Schlussbilanz: Alle wichtigen Ziele des Projekts "Hochwasserschutz Linth 2000" seien termingerecht erreicht und das Budget eingehalten worden. Seit dem Spatenstich in Mollis GL wurden die Dämme der beiden Kanäle verstärkt und Vorkehrungen gegen Dammbrüche getroffen. Des Weiteren wurde für den Fall eines extremen Hochwassers die Dammkrone am Escherkanal an einer Stelle abgesenkt, damit das Wasser über renaturiertes Ufergebiet in den Walensee abzuleiten. Das Wasser im Linthkanal kann über ein Wehr entsprechend dosiert in den Hintergraben und von dort aus in den Oberen Zürichsee geführt werden. Im Zuge des Projektes wurde auch die Abflusskapazität dieses Grabens erhöht. Damit soll die Linthebene nun für ein Hochwasser gewappnet sein, wie es statistisch nur alle 300 Jahre zu vorkommt.

Bereits mehr Fische

Auch die Natur profitiert vom neuen Linthwerk: Waldreservate wurden ausgeschieden, Naturschutzgebiete vergrössert und vernetzt sowie ein Wilddurchlass geöffnet. Der Fischbestand entwickelt sich laut dem Kanton bereits erfreulich. Letzten Sommer waren an den Flachufern des Linthkanals grosse Jungfischschwärme gesichtet worden. Für das Linthwerk, an dem sich die Kantone St. Gallen, Glarus, Schwyz und Zürich sowie der Bund beteilgiten, wurden 70 Hektaren Land und Wald erworben, 160'000 Tonnen Blocksteine verbaut und 1,5 Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Damit liessen sich in Benken und Reichenburg 25 Hektaren Landwirtschaftsland rekultivieren. - Zurzeit werden noch Dämme ausnivelliert und Zufahrtsstrassen instand gestellt.
 
Mehr zur über 200jährigen Geschichte der Linthkorrektion lesen Sie auf www.linthwerk.ch/02_geschichte.html


Vor rund zwei Jahren waren das „baublatt“ auf der Baustelle des Linthkanals unterwegs: