Linienführung der Glattalautobahn

Linienführung der Glattalautobahn

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Um Engpässe auf der A1 im Raum Glattal-Winterthur zu beseitigen, schlägt das Bundesamt für Strassen (ASTRA) einerseits eine neue Autobahn im Glattal sowie den Ausbau der A1 im Raum Winterthur vor. Die Kosten belaufen sich laut ASTRA auf rund 3,6 Milliarden Franken.
 
Im Glattal soll laut ASTRA eine neue Autobahnverbindung zwischen Zürich Nord und Baltenswil entstehen. An beiden Enden soll die Strasse an die A1 angeschlossen werden, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Ab Baltenswil verläuft lediglich ein kurzer Teil der Strecke überirdisch, der Rest befindet sich in einem Tunnel. Bei der Verzweigung Zürich Nord mündet die neue Strasse dann wieder in die bestehende A1 ein.
  
Zudem soll die bestehende Autobahn zwischen den Anschlüssen Zürich Nord und Werft sowie zwischen der Verzweigung Brüttisellen und dem Anschluss Wallisellen ausgebaut werden. Geplant ist auch eine Erweiterung der A1 zwischen der neuen Verzweigung Baltenswil und Winterthur. Das ASTRA geht davon aus, dass die A1 im Glattal und im Raum Winterthur bis ins Jahr 2030 "erheblich überlastet" sein wird und hat deshalb in einer Studie "alle möglichen Lösungsvarianten untersucht und bewertet", wie es in der Mitteilung heisst.
  
An der Studie beteiligt waren auch Vertreter der kantonalen Behörden sowie der beiden regionalen Zweckverbände ZPG (Zürcher Planungsgruppe Glattal) und RWU (Regionalplanung Winterthur und Umgebung). Die Ergebnisse fliessen gemäss ASTRA in die zweite Programmbotschaft zur Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz ein.
  
Bestes Kosten-Nutzen-Verhältnis
 
Die nun präsentierte Lösung weise von den untersuchten Massnahmen "die klar beste Kosten-Wirksamkeit auf", hält das ASTRA fest. Mit der weitestgehend unterirdischen Linienführung der neuen Autobahnverbindung im Glattal reduzierten sich die Auswirkungen auf Umwelt und Landschaft "auf ein Minimum". Die vom ASTRA vorgeschlagene Glattal-Lösung weicht in einigen Punkten von der im Richtplan des Kantons Zürich eingetragenen Bestvariante ab. Diese sah eine weiter nördlich verlaufende Linienführung mit einem Anschluss im Gebiet zwischen Kloten und Bassersdorf vor.
  
Die aktuellen Untersuchungen hätten gezeigt, dass dieser Anschluss aus heutiger Sicht "weder gewünscht noch zweckmässig" sei, schreibt das ASTRA. Der Zürcher Regierungsrat sowie die beiden Regionalplanungsverbände unterstützen die neue Variante ebenfalls.
  
Politischer Entscheid im Jahr 2014
 
Die Teile des Projekts, bei denen es sich um einen Ausbau der bestehenden Autobahn handelt, fliessen ins Programm des Bundes zur Beseitigung von Engpässen ein. Für dieses haben die eidgenössischen Räte insgesamt 5,5 Milliarden Franken bereitgestellt. Das Parlament wird voraussichtlich 2014 darüber entscheiden, welche Projekte in einer nächsten Tranche finanziert und gebaut werden.
  
Die Glattal-Autobahn muss nun zunächst in den Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz (Netzbeschluss) aufgenommen werden. Darüber wird das Parlament voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2013 befinden. Der Zürcher Regierungsrat begrüsste die vom ASTRA präsentierte Linienführung. Sie biete "die beste Entlastung der A1 bei gleichzeitig geringster Belastung der Bevölkerung und der Umwelt", heisst es in der Mitteilung.
  
Um die bereits heute angespannte Situation auf der A1 zwischen Zürich Nord und Winterthur zu verbessern, verlangt der Regierungsrat, dass der Bund möglichst rasch kapazitätssteigernde Massnahmen umsetzt. Dazu gehörten insbesondere die in Aussicht gestellt Umnutzung von Pannenstreifen. (sda)