Linden sind auch Stolpersteine

Linden sind auch Stolpersteine

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Architron
Demnächst entscheiden die Genfer Stimmberechtigten ein zweites Mal innerhalb von zehn Jahren über das Projekt zur Vergrösserung und Renovation des Ethnographie-Museums. Umweltschützer haben ein Referendum gegen das Projekt ergriffen. Der Grund dafür sind 31 Linden.
 
 
Der Ausbau des Museums erfolgt in erster Linie unterirdisch - mit Ausstellungsräumen von insgesamt rund 2100 Quadratmetern Fläche. Darin beinhaltet sind auch Konferenzsäle, eine Bibliothek sowie ein Restaurationsatelier. Dass die Erweiterung unter die Erde verlegt wird, ist das Resultat der Abstimmung von 2001: Damals hatte das Stimmvolk das Projekt deutlich abgelehnt. Dies lag nicht nur am Umstand, dass es einem Grossteil der Bevölkerung zu teuer war, vielen gefiel die Erweiterung auch nicht. 2008 hatte die Stadt einen Internationalen Wettbewerb für das Projekt ausgeschrieben, den das die Graber Pulver Architekten mit Büros in Bern und Zürich gewonnen hatten.
 
Die Gegner des aktuellen Projekts stören sich nicht am Millionen-Kredit, sondern an der Tatsache, dass 31 Linden dem Bauprojekt geopfert werden müssen. Ein Grund dafür mat zudem sein, dass das Quartier, in dem das Museum steht, mit wenig Grünflächen und Bäumen gesegnet ist. Eine Vereinigung zur Rettung dieser Bäume hatte nun das Referendum ergriffen. Dass sie mit ihrem Anliegen bei manchen auf offene Ohren stösst, zeigt die Anzahl Unterschrifte. Es sind über 6500 Unterschriften zusammengekommen – das ist rund ein Drittel mehr wie nötig.

Ein Garten für das Museum

Derweil weisen die Befürworter darauf hin, dass das Projekt seit der Lancierung des Referendums weiterentwickelt wurde. Um den Anliegen der Umweltschützer Rechnung zu tragen, integrierte man eine Gartenanlage mit Rasenfläche in das Projekt. Zudem ist geplant, über 50 Bäume beim Museum selbst und in der näheren Umgebung anzupflanzen. Damit sollen die gefällten Linden kompensiert werden.
 
Das neue Ethnographische Museum kostet rund 63 Millionen Franken. Die Kosten werden vom Kanton Genf, mehreren Gemeinden und Privaten getragen. Der Beitrag der Stadt Genf ist mittlerweile auf knapp 38 Millionen angestiegen. Stimmt das Volk am 26. September dem Kredit zu, soll das neue Museum voraussichtlich 2013 seine Türe öffnen. (mai/sda)