Liestal erhält eine moderne Moschee

Liestal erhält eine moderne Moschee

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Teaserbild-Quelle: Achim Lückemeyer, pixelio.de

Die Islamische Gemeinschaft will im Baselbieter Kantonshauptort für 3,7 Millionen Franken ein Kulturzentrum mit Gebetsraum bauen. Der Stadtpräsident unterstützt die Pläne.

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Achim Lückemeyer, pixelio.de
Im Gebet

"Kulturzentrum Liestal": Unter dieser Bezeichnung wurde das Baugesuch der Islamischen Gemeinschaft Liestal im Amtsblatt des Kantons Baselland veröffentlicht. Der hundert Mitglieder zählende Verein plant die erste Moschee der Region Basel in einem Neubau, wie die "Schweiz am Sonntag“ berichtete.

Das Gebäude soll in einem Industriegebiet am Ortsausgang in Richtung Schwarzbubenland errichtet werden. Die Akyuez Architekten GmbH plant einen zweistöckigen Bau mit einer runden Glasfassade. Die rund anderthalbjährige Bauzeit soll im Frühling beginnen. Das Projekt kostet samt Landerwerb 3,7 Millionen Franken. Die Mitglieder steuern eine Million als Eigenkapital bei.

Keine Verbindung zu Extremisten

Die Islamische Gemeinschaft von Liestal ist heute im Kulturhaus Palazzo am Bahnhof eingemietet dem ehemaligen Postgebäude, das vom Bundeshausarchitekten Hans Wilhelm Auer entworfen wurde. Der Dachstock bietet jedoch wenig Platz, die Infrastruktur ist veraltet. "Wir brauchen eine moderne Begegnungsstätte", sagte Muammer Kahraman, Präsident der Islamischen Gemeinschaft, gegenüber der "Schweiz am Sonntag".

Er spricht nicht von einer Moschee, sondern von einem Kulturzentrum, da der Gebetsraum nur ein Teil des neuen Gebäudes sei. Hier wolle die Gemeinschaft auch Deutsch- und Computerkurse und Aktivitäten für Nichtmuslime anbieten. Sie hat das Projekt bereits dem Liestaler Stadtrat vorgestellt. Stadtpräsident Lukas Ott unterstützt laut dem Zeitungsbericht die Pläne.

Die Islamische Gemeinschaft Liestal besteht aus Sunniten hanafitischer Rechtsschule. Es gebe keine Verbindung zum islamischen Kandil-Verein, der im gleichen Quartier wegen seiner Nähe zu gewaltpredigenden Salafisten für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Diese umstrittene Gruppierung sei inzwischen aus Liestal weggezogen. (mgt)