Lichtes Dach für Busse und Passanten

Lichtes Dach für Busse und Passanten

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Fast scheint das Dach zu schweben: Die Konstruktion, die im Wesentlichen von einer Säule getragen wird, soll den Winterthurer Bahnhofplatz Süd überdecken. Damit es so weit kommt, muss der Grosse Gemeinderat erst noch einem 12,5 Millionen-Franken Kredit zustimmen.
 
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So soll der Bahnhofplatz künftig aussehen.
 
Täglich passieren rund 90 000 Menschen den Bahnhofplatz. Mit 2240 Buseinfahrten und -abfahrten und 32'000 Passagieren pro Tag gilt der Platz auch als wichtige Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs. Die bauliche Sanierung sowie die betriebliche und gestalterische Aufwertung des Bahhofplatzes Süd seien dringend notwendig geworden, hält die Stadt in ihrer Medienmitteilung fest. Der Bahnhofplatz soll deshalb zu einer funktionalen Halte- und Umsteigestelle für den Busbetrieb umgestaltet werden, gleichzeitig will man damit eine geschickte Führung der Fussgängerströme erreichen.

Das komplexeste Projekt des Tiefbauamtes

Der Vorschlag der Stutz + Bolt + Partner Architekten aus Winterthur sieht ein grosses, lichtdurchlässiges Dach aus Aluminium und Glas vor, das von einer Säule getragen wird. Es überdeckt drei Busanlagekanten. Auf der Seite Untertor sind zwei zusätzliche, ebenfalls überdachte Warteräume vorgesehen. Die neue Zentrale für Billettverkauf und Kundenberatung wird in die Tragkonstruktion des Daches integriert. Gemäss Bauvorsteherin Pearl Pedergnana handelt es sich um das komplexeste Projekt, welches das städtische Tiefbauamt je im öffentlichen Raum realisierte: Die Konstruktion befinde sich bis zu sieben Meter unter und acht Meter über dem Boden, zudem würden 300 Tonnen Stahl verbaut. Mit der zentralen Säule erinnere die Konstruktion an einen Baum - genau so stark und verwurzelt sei das Bauwerk. Die Passanten können das Innere des "Baumstammes" betreten, da dort die Billettzentrale untergebracht wird. Im Untergeschoss befinden sich Pausenräume für das Buspersonal, wie Pedergnana weiter sagte.
 
"Es ist verwunderlich, dass es bisher zu keinen Unfällen gekommen ist", sagte Ernst Wohlwend, Stadtpräsident von Winterthur, zur heutigen Situation auf dem Bahnhofplatz Süd an einer Medienkonferenz. Weil die Fussgängerströme zu wenig klar geleitet werden, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die Passanten von der Altstadt unterirdisch zum Bahnhof zu leiten, sei nicht möglich, sagte Wohlwend. Die vielen Rohrleitungen im Boden verhinderten den Bau einer Unterführung. Die Stadt wünsche sich trotzdem, dass die neue Trägerkonstruktion eine Verkehrsberuhigung bringe. - Der Bau soll innerhalb eines Jahres von Sommer 2012 bis Sommer 2013 aufgeführt werden.

Kanton und Zürcher Verkehrsverbund zahlen auch

Die Totalkosten für den Neubau und die Belagssanierung des Platzes werden mit rund 18 Millionen Franken angegeben. Einen Teil davon kann Winterthur auf den Zürcher Verkehrsverbund und den Kanton Zürich abwälzen, weshalb der Grosse Gemeinderat Winterthur noch einen Kredit von 12,5 Millionen Franken sprechen muss. Diese sind Teil des 2009 vom Stimmvolk gutgeheissenen Rahmenkredites für den Masterplan „Stadtraum Bahnhof“ von 84 Millionen Franken. (mai/mgt)